Böschs Triumph und Leuppis erster Bergkranz

Daniel Bösch (Zuzwil SG) gewinnt nach 2015 zum zweiten Mal auf der Schwägalp. Samir Leuppi vom Schwingklub Winterthur holt sich den ersten Bergkranz der Karriere.

 

Im Schlussgang des 18. Schwägalp-Schwingets bodigte Daniel Bösch den Berner Gast Thomas Sempach (Heimenschwand) nach 5:50 Minuten mit Kurz/Kreuzgriff. Auf dem Weg in den <<Final>> bezwang der 29-Jährige mit Simon Anderegg (Unterbach BE) und Florian Gnägi (Aarberg) zwei Miteidgenossen. Im vierten Gang hatte der nun 19-fache Kranzfestsieger gegen einen weiteren Berner, Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen), nach einem umstrittenen Entscheid der drei Kampfrichter, das Glück auf seiner Seite, dass er nicht verlor. Bösch, der am Sonntag am Unspunnen-Schwinget als Titelverteidiger an den Start geht, zeigte insgesamt eine überzeugende Leistung und triumphierte nach 2015 zum zweiten Mal am Schwägalp-Schwinget. Nach dem St. Galler Kantonalen gewann der gelernte Metzger das zweite Kranzfest der Saison und konnte zugleich seinen 90. Kranzerfolg feiern. <<Finalverlierer>> Der 32-jährige Sempach, der auf der Schwägalp 2008 siegreich war, konnte im vierten Gang den Co-Sieger vom Vorjahr, Armon Orlik (Maienfeld), der letztlich den Ehrenplatz belegte, auskontern und mit der Note 9,75 ins Sägemehl betten. Samuel Giger (Ottoberg), der 2016 Platz 1a belegte, konnte die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen und klassierte sich mit vier Vollerfolgen und zwei Gestellten, direkt hinter Sempach, auf Rang 4b. Von den 14 abgegebenen Kränzen blieb die Hälfte in der Nordostschweiz, sechs Exemplare gingen an die Berner – Marc Gottofrey (Echallens) rettete vor 13‘250 Zuschauern die Ehre der Südwestschweizer.

Leuppis vier Siege

Der Winterthurer Samir Leuppi gab im Anschwingen Christian Gerber (Röthenbach im Emmental) in der zweiten Minute das Nachsehen. Gegen Remo Schenkel (Gerzensee) siegte er kurz vor Zeitablauf und hatte 19,50 Punkte. Vor dem Mittagessen unterlag der Schwinger des Schwingklubs Winterthur dem entfesselten Daniel Bösch im ersten Zusammengreifen. <<Gegen Bösch hatte ich heute keine Chance>>, sagte Leuppi. Nach einem sicheren Erfolg gegen den Thurgauer Marco Oettli stellte Leuppi, der sich seinen siebten Kranz der Saison eroberte, in einem ereignisarmen Gefecht, mit dem Berner Topschwinger Florian Gnägi. <<Es lag nicht an mir den Gang zu machen>>, gab er zu Protokoll. Zuletzt, in der Begegnung um seinen 24. Kranz, beförderte Samir Leuppi den deutlich schwächer eingestuften Berner Oberländer Jan Wittwer, der vier Kränze besitzt, nach rund drei Minuten ins Kurzholz. <<Da ich unsicher war, ob 56,25 Punkte zum Kranzgewinn reichen, wollte ich gegen Wittwer zuerst mit der Maximalnote 10,00 gewinnen. Da ich aber gemerkt hatte, dass dies sehr schwierig ist, änderte ich meine Taktik und überdrehte ihn am Boden zum gültigen Resultat>>, meinte Leuppi, der sich den ersten Bergkranz der Karriere holte. Im Weiteren sagte er: <<Am Sonntag möchte ich am Unspunnen-Schwinget einfach meine beste Leistung abrufen können>>. Samir Leuppi klassierte sich im letzten Kranzrang 7.

 

Der zweite Teilnehmer des Schwingklubs Winterthur, Beda Arztmann, der erstmals an einem Bergkranzfest teilnehmen konnte, ging einmal als Sieger vom Platz: im vierten Durchgang gelang ihm ein Plattwurf gegen Marco Good (Sargans), der am Unspunnen-Schwinget an den Start gehen wird. Zweimal kam der Ossinger nicht über Remis hinaus: im ersten und letzten Umgang, dazu kamen drei Verlustpartien – im fünften Gang gegen den Appenzeller Eidgenossen Marcel Kuster. Dank 53,00 Punkten kam Arztmann auf Platz 19.

Das Aus nach vier Gängen

Für Christoph Odermatt (Bauma) kam das Aus bereits nach vier Gängen. Nach dem Starterfolg gegen Hannes Bühler (Amriswil) verlor der Athlet des Schwingklubs Zürcher Oberland die Gänge zwei bis vier. Im zweiten Gang tauchte er gegen einen der besten Südwestschweizer Schwinger, Steven Moser (Brünisried) mit der Tiefstnote 8,50. (tre)

Auszug aus der Rangliste

Urnäsch AR. Schwägalp-Schwinget (90 Schwinger, 13’250 Zuschauer). Schlussgang: Daniel Bösch (Zuzwil SG) bezwingt Thomas Sempach (Heimenschwand) nach 5:50 Minuten mit Kurz/Kreuzgriff. Rangliste: 1. Bösch 58,75. 2. Armon Orlik (Maienfeld) 58,25. 3. Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) 57,75. 4. Sempach, Samuel Giger (Ottoberg), Patrick Schenk (Wasen im Emmental) und Michael Bless (Gais), je 57,00. 5. Marc Gottofrey (Echallens) 56,75. 6. Florian Gnägi (Aarberg), Dominik Schmid (Hundwil) und Christian Gerber (Röthenbach im Emmental), je 56,50. 7. Samir Leuppi (Winterthur), Domenic Schneider (Friltschen) und Simon Anderegg (Unterbach), je 56,25 (alle mit Kranz). 19. Beda Arztmann (Ossingen) 53,00. 22. Christoph Odermatt (Bauma) 35,25.

Gigers vierter Kranzfestsieg der Saison

 

Der als Topfavorit gestartete Samuel Giger (Ottoberg) besiegte im Schlussgang des Schaffhauser Kantonalschwingfests in Herblingen nach 6:08 Minuten Daniel Bösch (Zuzwil SG) mit Kurz und Nachdrücken. Die Schwinger des Schwingklubs Winterthur gingen leer aus.

 

Der 19-jährige Samuel Giger begann mit einem Vollerfolg gegen den defensiv starken Zürcher Oberländer Fabian Kindlimann (Fischenthal). Auf dem weiteren Weg in die Endausmarchung, musste die Nummer 1 der Nordostschweizer Schwinger im vierten Duell gegen seinen späteren Schlussganggegner, Daniel Bösch, ein Remis hinnehmen. Die restlichen Partien konnte der nun vierfache Kranzfestsieger der Saison siegreich gestalten. Der Zimmermann-Lehrling gewann in Herblingen sein siebtes Kranzfest der Karriere und seinen achten Saisonkranz. Insgesamt hat das Thurgauer Ausnahmetalent, das am Saisonhöhepunkt, dem Unspunnen-Schwinget, zu den absoluten Topfavoriten gehören wird, bereits 24 Kränze herausgeschwungen.

Ein halber Punkt

Als bester Schwinger des Schwingklubs Winterthur verfehlte Michael Hari, der dieses Jahr wegen Rückenproblemen nur wenige Wettkämpfe bestreiten konnte, den Kranz nur um einen halben Punkt. Nach einem Vollerfolg mit der Note 9,75 verlor der Winterthurer die beiden weiteren Gänge vor dem Mittagessen gegen die Kranzer Roman Kuhn (Urnäsch) und Ursin Battaglia (Almens), jeweils mit der Minimalnote 8,50. Nach zwei Siegen in den Gängen vier und fünf hatte der 1,80 m grosse und 80 kg schwere Turnerschwinger 46,50 Punkte auf seinem Notenblatt. Zuletzt beförderte der 24-jährige Elektriker den dreifachen Kantonalkranzer Simon Schudel (Beggingen) ins Sägemehl. Am Schluss fehlte dem Turnerschwinger nur ein halber Punkt zum ersten Kranzerfolg. Dank 56,25 Punkten platzierte sich Michael Hari im Rang 9b.

Beda Arztmann startete mit einem Erfolg über André Büsser (Amden) ideal. Im zweiten Umgang zog der 22-Jährige gegen den Glarner Christian Jöhl, den er am Eschenberg-Schwinget noch besiegt hatte, den Kürzeren. Nach einem Vollerfolg verlor der Ossinger gegen die beiden gleicheingestuften Kantonalkranzer Urs Giger (Gais) und Rico Baumann (Flawil), jeweils mit der Note 8,50. Im letzten Gefecht konnte Arztmann, der sich in der laufenden Saison seine beiden ersten Kränze erkämpfte und am kommenden Sonntag beim Schwägalp-Schwinget sein erstes Bergkranzfest bestreiten wird, gegen den Nichtkranzer Tobias Fäh (Weinfelden) die Maximalnote 10,00 schreiben lassen (Rang 13l mit 55,25 Zählern).

Der Humliker Philipp Lehmann war im Anschwingen zweimal siegreich. Mit Andreas Inauen (Appenzell) konnte der Zimmermann-Lehrling erstmals einen Kranzschwinger unter die Verlierer reihen. Gegen den NOS-Kranzer Lars Geisser (Mörschwil) und den Kantonalkranzer Erich Dörig (Haslen AI) musste er Niederlagen einstecken, wobei er in beiden Gängen eine gute Leistung zeigte. Im Ausstich kam der 18-Jährige zweimal nicht über Punkteteilungen hinaus.

Andreas Keller (Pfäffikon ZH), der an der ZHAW Maschinenbauingenieur studiert und deshalb seinen Trainingsaufwand stark reduzierte, bodigte im Startgang eher unerwartet Reto Schlegel (Flumserberg). Nach der Niederlage gegen Simon Schudel liess sich der 24-Jährige ein Siegeskreuzlein schreiben. Doch am Nachmittag Riss der Faden: Keller musste zwei Taucher und einen Gestellten hinnehmen.

Der 17-jährige Adrian Hugener (Embrach) bezahlte noch Lehrgeld. Nebst einem Erfolg mit der Maximalnote, musste er sich fünfmal das Sägemehl vom Rücken abwischen lassen.

Gar nicht nach Wunsch lief es Karim Leuppi (Hettlingen), der mit drei Unentschieden und einer Niederlage den Ausstich um 0,75 Punkte verpasste.

Vollenweiders Kranz

Der Marthaler Jeremy Vollenweider vom Schaffhauser Schwingerverband errang mit vier Siegen und zwei Remis den Kranz im Rang 7a. Der 19-Jährige siegte in den ersten beiden Begegnungen gegen Karim Leuppi und Mathias Braun (Wald ZH). Bei seinem Comeback, dies nach einer schweren Operation, teilte der Maurer gegen den Teilverbandskranzer Beda Coray (Altstätten SG) die Punkte. Doch dann kehrte der nun vierfache Kranzschwinger wieder auf die Siegesstrasse zurück und konnte das vierte Gefecht für sich entscheiden. Nach dem Remis mit Dominik Bäbler (Jonschwil) gelang Vollenweider zuletzt der nötige Plattwurf über Ignaz Hobi (Berschis), und so kam er auf die Punktezahl von 56,75.

 

Zweiter Kranz der Saison

Der Zürcher Oberländer Christoph Odermatt (Bauma) holte sich mit einem guten Notenblatt nach dem Bündner-Glarner bereits den zweiten <<Kopfschmuck>> der Saison. Der 1,95 m grosse und 108 kg schwere Sennenschwinger ging viermal als Sieger vom Platz. Im ersten Kampf gab er dem unbequemen Appenzeller Martin Roth, der im entscheidenden Gang um den Kranz den Schwingerkönig von 2001, Arnold Forrer (Stein SG), bezwang, das Nachsehen. Zum Abschluss liess er sich gegen Beda Coray, der für den Unspunnen-Schwinget selektioniert wurde, eine Maximalnote notieren. Der 23-Jährige klassierte sich auf Platz 7d und konnte den siebten Kranz seiner Karriere in Empfang nehmen. 

Herblingen SH. Schaffhauser Kantonalschwinget (127 Schwinger, 1200 Zuschauer). Schlussgang: Samuel Giger (Ottoberg) bezwang Daniel Bösch (Zuzwil SG) nach 6:08 Minuten mit Kurz und Nachdrücken. 1. Giger 58,25. 2. Michael Bless (Gais) 58,00. 3. Martin Koller (Schönholzerswilen) 57,75. 4. Bösch, Martin Roth (Herisau) und Rico Ammann (Häuslenen), je 57,50. 5. Ursin Battaglia (Almens) und Marco Good (Sargans), je 57,25. 6. Stefan Burkhalter (Homburg), Sven Vögeli (Gächlingen), Dominik Schmid (Hundwil), Sandro Schlegel (Fideris), Fabian Kindlimann (Fischenthal) und Ruedi Eugster (Quarten), je 57,00. 7. u. a. Jeremy Vollenweider (Marthalen) und Christoph Odermatt (Bauma), je 56,75 (alle mit Kranz). 9. u. a. Michael Hari (Winterthur) 56,25. 11. u. a. Arnold Forrer (Stein SG) 55,75. 13. u. a. Matthias Ott (Trüllikon) und Beda Arztmann (Ossingen), je 55,25. 14. u. a. Patrick Bürgler (Ellikon am Rhein) 55,00. 15. u. a. Philipp Lehmann (Humlikon) 54,75. 18. u. a. Andreas Keller (Pfäffikon ZH) 54,00. 19. u. a. Benjamin Nock (Turbenthal) 53,75. 23. u. a. Adrian Hugener (Embrach) 52,50. 26. u. a. Karim Leuppi (Hettlingen) 34,75.

Für den diesjährigen Saisonhöhepunkt das Unspunnen-Schwinget, welches am 27. August 2017 in Interlaken stattfindet, wurde anfangs August das NOS-Team selektioniert. Das Unspunnenschwinget findet nur alle sechs Jahre statt und hat somit einen besonderen Charakter. Es ist eine grosse Ehre, wenn man an diesem Fest antreten darf. Die guten Leistungen auf dem Schwingplatz haben sich auch auf die Selektion ausgewirkt. Im Ganzen werden 31 Schwinger vom NOS Gebiet in Interlaken mitschwingen und das gigantische Fest als aktive Schwinger erleben. Vom Schwingklub Winterthur hat sich der 24-jährige Samir Leuppi aus Winterthur mit seiner sehr guten Saisonleistung qualifiziert. Samir ist gelernter Zimmermann und arbeitet jetzt als Techniker bei der SBB Transportpolizei. Samir besitzt vier Teilverbandskränze und 19 Kantonalkränze. Der junge Athlet durfte sich dieses Jahr als Zürcher Kantonaler Festsieger feiern lassen.  Der Schwingklub Winterthur wünscht Samir Leuppi viel Glück und ist sehr stolz auf ihn. Ebenfalls werden weitere vier Schwinger aus dem Kanton Zürich mit dem NOS-Team am Unspunnen mitkämpfen. Namentlich sind es, Marco Nägeli (SK am Albis), Roman Schnurrenberger (SK Oberland), Fabian Kindlimann (SK Oberland) und Andreas Gwerder (SK Linkes Ufer). Als vierter Ersatz wurde Beda Arztmann ebenfalls vom Schwingklub selektioniert. Der Ossingen wird in den Einsatz kommen, wenn sich noch Athleten im Vorfeld verletzen. Beda Arztmann ist in Ausbildung zum Vorarbeiter und hat den Jahrgang 1995. Er hat auch eine sehr gute Saison gezeigt und gewann dieses Jahr zwei Kränze.  Wir wünschen allen Athleten viel Glück im Berner Oberland.

      

46 Schwinger kämpften am Nationalfeiertag, trotz extremer Hitze, im Sägemehl um jeden Punkt. Rund 50 Kubikmeter Sägemehl haben die Organisatoren auf der Reitsportanlage Geren in Wädenswil verteilt und den Schwingplatz für das Gerenschwinget geschaffen. Dieses fand zum fünften Mal statt und wurde wiederum organisiert vom Schwingklub Zürichsee linkes Ufer.
Mehrere angekündigte Spitzenschwinger, wie Alex Schuler oder Samir Leuppi hatten sich abgemeldet, da sie sich am vergangenen Wochenende am Brünig Schwinget Blessuren zugezogen hatten. Doch die anderen Schwinger mussten sich nicht hinter den grossen, fehlenden Namen verstecken. Sie lieferten sich gute und faire Kämpfe. Bei vielen Zuschauern für eine Überraschung sorgte der spätere Sieger Shane Dändliker. Im dritten Gang gewann er gegen den Eidgenössischen Kranzer Stefan Burkhalter. „Eine böse Überraschung“.

Kurzer Schlussgang

Alle 46 Schwinger kämpften in sechs Gängen. Nach den ersten fünf hatten Shane Dändliker aus Feldbach und Roman Schnurrenberger aus dem Sternenberg am meisten Punkte geholt und standen sich im Schlussgang gegenüber. Dieser dauerte nicht lange. Dändliker machte kurzen Prozess mit dem Sternenberger und legte ihn gleich im ersten Zug auf den Rücken. Dändliker freute sich sehr über seinen klaren Sieg, den er mit 59 Punkten – zwei mehr als der Zweitplatzierte – erreichte und liess sich von seiner Familie und Freunden feiern. Als Preis nahm er ein Rind von der Familie Zollinger aus dem Hirzel mit nach Hause.

Startende Athleten vom Schwingklub Winterthur

Vom Schwingklub Winterthur waren vier Athleten am Start. Dies waren Andreas Keller, Christian Lanter, Philipp Lehmann und Florian Frauenfelder. Ausser Christian Lanter aus Kollbrunn lief es den weiteren Winterthurern nicht nach Wunsch. Christian durfte sich am Abend mit der Auszeichnung feiern lassen. Er klassierte sich auf dem guten Rang 8.

Samir Leuppi musste sich leider kurzfristig abmelden. Ihn plagte eine Erkältung und ein Schmerz am Bein, welchen er sich am Brünig Schwinget zuzog. Wir hoffen aber, Samir bald wieder im Sägemehl anzutreffen.


Gute Leistung vom organisierenden Schwingklub

Die Schwinger des organisierenden Schwingklubs zeigten gute Leistungen. Der Lokalmatador Paul Korrodi aus Schönenberg wurde mit 56.75 Punkten Dritter, genau erreichte er Platz 3c, Zweitbester der Lokalen war der Wädenswiler Martin Schuler auf Platz 8b. Christian Bossert zeigte sich zufrieden mit dem Anlass. Er versicherte, dass es das Gerenschwinget nächstes Jahr wieder geben wird. Jedoch stünde noch nicht sicher fest, ob der Anlass wieder am 1. August stattfinden oder auf ein anderes Datum gelegt würde. 

Dreifacher Bernersieg auf dem Brünig

Beim traditionellen Brünig-Schwinget trennten sich in einem ereignisarmen Schlussgang die beiden Berner Oberländer Trainingskameraden Bernhard Kämpf (Sigriswil) und Kilian Wenger (Horboden) nach zwölf Minuten unentschieden. Samir Leuppi (Winterthur) konnte zuletzt nicht in den Kampf um die Kränze eingreifen.

 

Kilian Wenger, der Schwingerkönig von 2010 in Frauenfeld, konnte Bernhard Kämpf, dem ein Remis zum zweiten Brünig-Sieg nach 2015 genügte, nur einmal, kurz vor Gangende, ernsthaft in Gefahr bringen. Da die drei Kampfrichter den beiden Schlussgangteilnehmern die Note 8,75 schrieben, gab es letztlich drei Festsieger. Dank Vollerfolgen im sechsten Durchgang konnten Philipp Reusser (Aeschlen bei Oberdiessbach) und der als Topfavorit gestartete Christian Stucki (Lyss) zu Kämpf aufschliessen. Der 29-jährige Kämpf feierte nach seinem Erfolg am <<Südwestschweizer>> seinen zweiten Kranzfestsieg in diesem Jahr. Reusser, der am Eidgenössischen Schwingfest 2016 zum Eidgenossen aufstieg, schwang erstmals an einem Kranzfest obenauf. Christian Stucki triumphierte nach 2009 und 2012 zum dritten Mal auf dem Brünig. Er verlor im Startgefecht gegen die Nummer 1 der Nordostschweizer, Samuel Giger (Ottoberg), und kam auf Platz 1c. Der bereits fünffache Kranzfestsieger der Saison und nun 38-fache Kranzfestsieger, sicherte sich zudem das 118. Eichenlaub. Die Berner, die ohne ihre beiden verletzten Könige, Matthias Glarner und Matthias Sempach, antraten ,errangen insgesamt acht <<Kopfschmucke>>, sieben Exemplare gingen an die Innerschweizer und fünf an die Nordostschweizer.

Leuppi verpasst Kranz

Samir Leuppi vom Schwingklub Winterthur unterlag zum Auftakt nach wenigen Sekunden einem der derzeit besten Berner Schwinger, Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen). Gegen Marcel Wenger (Horboden), Bruder von Kilian Wenger, gelang ihm ein Sieg mit der Maximalnote 10,00. Vor der Mittagspause meisterte der 24-Jährige den Urner Teilverbandskranzer Marco Wyrsch und hatte 28,25 Punkte. Mit dem höher eingestuften Eidgenossen Reto Nötzli (Pfäffikon SZ), der sich am Südwestschweizer Schwingfest als Co-Sieger ausrufen lassen konnte und nach dem Innerschweizer Schwingfest 2014 sein zweites Teilverbandsfest gewann, stellte er. Im fünften Gang verlor der Sieger des Zürcher Kantonal-Schwingfests gegen den Zuger Marcel Bieri, der beim Zuger Kantonalen zu seinem ersten Kranzfesterfolg kam. Somit musste der Sennenschwinger seine Hoffnungen auf den siebten Kranz der Saison begraben. Zum Abschluss teilte der Winterthurer gegen defensiv staken Remo Vogel (Hasle LU) die Punkte. Mit 54,50 Zählern verfehlte Samir Leuppi den Kranz um 1,50 Zähler im Rang 12g. (tre)

Auszug aus der Rangliste

Brünig OW. Brünig-Schwinget (120 Schwinger, 6500 Zuschauer). Schlussgang: Bernhard Kämpf (Sigriswil) gegen Kilian Wenger (Horboden) nach 12 Minuten gestellt. Rangliste: 1. Kämpf, Philipp Reusser (Aeschlen bei Oberdiessbach) und Christian Stucki (Lyss), je 57,25. 2. Wenger und Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen), je 57,00. 3. Armon Orlik (Maienfeld), Niklaus Zenger (Habkern), Domenic Schneider (Friltschen), Roger Rychen (Mollis) und Sven Schurtenberger (Nottwil), je 56,75. 4. Martin Hersche (Appenzell) 56,50. 5. Marcel Bieri (Edlibach), Samuel Giger (Ottoberg), Simon Anderegg (Unterbach) und Marco Fankhauser (Hasle LU), je 56,25. 6. Guido Gwerder (Illgau), Jonas Brun (Entlebuch), Benji von Ah (Giswil), Stefan Arnold (Attinghausen) und Fabian Staudenmann (Guggisberg), je 56,00 (alle mit Kranz). 12. u. a. Samir Leuppi (Winterthur) 54,50.

Dass gleich fünf Geschwister als Einzelkämpfer am gleichen Wettkampf teilnehmen, ist sicher nicht alltäglich. Die fünf Brüder Anliker aus Schlatt gewannen kürzlich am Kantonalen Nachwuchsschwingfest in Weiningen allesamt einen Zweig.

Wer derzeit Berichte über Nachwuchsschwinger liest, stösst immer wieder auf einen Namen: Anliker. Dies liegt daran, dass die Schwinger aus Unterschlatt nicht nur qualitativ präsent sind, sondern vor allem quantitativ. Gleich fünf Burschen mit diesem Namen stehen an Nachwuchsschwingfesten im Sägemehlring. Kürzlich durften am Kantonalen Nachwuchsschwingfest in Weiningen alle fünf einen Zweig in Empfang nehmen («Der Tößthaler» vom 14. Juli). Da drängt sich fast die Frage auf: Wie kam es dazu, dass fünf Brüder die gleiche Sportart ausüben?

Vater Stefan Anliker schüttelt den Kopf. Vererbt sei die Freude am Schwingsport nicht, er selbst sei kein Schwinger. Ganz unschuldig ist er dennoch nicht. Vor rund sechs Jahren nahm er seinen ältesten Sohn Andri mit an den Eschenbergschwinget in Winterthur – und meldete diesen auf dem Platz an für die Klasse der Jüngsten. Dem damals Achtjährigen gefiel es so gut, dass er sich gleich für das Training beim Schwingklub Winterthur interessierte. Danach folgten etwa im Zweijahres-Rhythmus die vier jüngeren Brüder von Andri: Nino (12 Jahre alt), Ramon (10) und seit diesem Jahr die Zwillinge Loris und Lukas (8).

Trainiert wird einmal wöchentlich in der Schwinghalle am Sportplatz Deutweg in Winterthur. Eineinhalb Stunden lang bringen der Technische Leiter Jürg Schönenberger und dessen Assistent Dani Bachmann den jungen Sportlern die Technik des Schwingens bei. Die Anliker-Brüder sind sich einig: Schönenberger und Bachmann machen einen guten Job. Stefan Anliker und seine Frau Barbara bringen ihre Söhne und die anderen drei Schlatter Nachwuchsschwinger jeweils ins Training. Wenn sie verhindert sind, fährt ihr Auto trotzdem zum Deutweg, einfach mit einer anderen Person am Steuer. «Wir sind gut vernetzt. Das alles ist völlig unkompliziert», erzählen die Eltern.

Oft ein Familienausflug

Die Anliker-Clique beteiligt sich an 10 bis 15 Wettkämpfen im Jahr, die meistens in der Ostschweiz stattfinden. Wenn immer möglich ist die ganze Familie dabei. Dazu gehört noch die sechsjährige Tochter Julia. Alle freuen sich, wenn sie eine Auszeichnung mit nach Hause nehmen können. Bei den Nachwuchsschwingern ist dies ein Zweig. Bis sie um einen Kranz kämpfen können, dauert es noch ein paar Jahre. Andri hat schon klar über 20 Auszeichnungen gewonnen, einige auch im Nationalturnen. Nino nennt stolz die Zahl 17. Bei den drei jüngeren sind es altersbedingt noch nicht ganz so viele.

Auf die Frage, ob sie ein Vorbild hätten, zuckt Andri die Schultern. «Er macht halt viel mit seiner Kraft und Postur», schiebt der Vater mit Blick auf die für einen 14-jährigen beachtliche Körperstatur ein. Und Nino ergänzt: «Er sollte mehr Technik anwenden.» Der Zwölfjährige scheint in diesem schwungvollen Quintett der Intellektuellste zu sein, der sich auch mit Technik und anderen Belangen des Schwingens auseinandersetzt. Als einziger nennt Nino denn auch ein Vorbild: «Samuel Giger, weil der ein sehr guter Techniker ist.»

Bald eine Schwingerhochburg?

Das Training besuchen die Anlikers gerne, da braucht es keinen Druck seitens der Eltern. Im Gegenteil, der Vater erwähnt augenzwinkernd: «Wenn die Hausaufgaben nicht gemacht sind, dürfen sie nicht ins Training.» Das ist dann eher ein Druck bezüglich Schule denn Schwingen. Die fünf munteren Jungs sind daneben alle Mitglieder der Jugendriege Schlatt, also auch dort in einen Verein eingebunden.

Die Brüder Andri, Nino, Ramon, Loris und Lukas Anliker sind übrigens nicht die einzigen Schlatter Nachwuchsschwinger. Auch Silvan Rechsteiner (14), Alejandro Munios (10) und Nico Tonoli (9) trainieren beim Schwingklub Winterthur und bestreiten Nachwuchswettkämpfe. Vor einigen Jahren berichtete der «Tößthaler» über die gemessen an der Einwohnerzahl erstaunlich grosse Motocross-Szene der kleinen Gemeinde. Vielleicht wird die nach und nach abgelöst durch Anhänger des Schweizer Nationalsports. Wer weiss, vielleicht entwickelt sich Schlatt noch zu einer Schwingerhochburg.