Über 34 Eidgenossen am ESAF in Zug

Am Samstag & Sonntag, 24.& 25. August, treten in Zug 276 Schwinger aus allen fünf Teilverbänden der Schweiz, inklusive acht Auslandschwingern, am Eidgenössischen Schwing- & Älplerfest in Zug an. Vom Schwingklub Winterthur dürfen drei Athleten an diesem besonderen Anlass, welcher nur alle drei Jahre stattfindet, teilnehmen.

 

Der Favoritenkreis

Als einer der Favoriten, unter den angemeldeten Eidgenossen, geht der bis vor kurzem verletzte Thurgauer Gigant Samuel Giger an den Start. Der Weissenstein-Sieger von 2019 möchte ganz vorne mitmischen und lässt auf eine gute Platzierung für die Nordostschweiz hoffen. Giger konnte in Hallau, nach seiner Schulterverletzung am Thurgauer Kantonalen im Mai und einem immer wieder verschobenen Comeback, auf dem Rang 3c überzeugen.

Der 14-fache Kranzfestgewinner und Besitzer von insgesamt 35 Kränzen, könnte im August bereits seinen zweiten Eidgenössischen Kranz mit nach Hause nehmen.

Unter den weiteren Favoriten gelten der Schlussgangteilnehmer des ESAF 2016 in Estavayer Armon Orlik, der Sieger des Innerschweizerischen Schwingfestes 2019 in Flüelen Nick Alpiger und der Brünig-Sieger 2019 Pirmin Reichmuth, auch darf sich Joel Wicki, Sieger des Innerschweizerischen Schwingfestes 2018 als Favorit zählen lassen.

Der 24-Jährige Orlik konnte in diesem Jahr schon zum dritten Mal das Nordost-schweizerische Schwingfest für sich entscheiden. In seiner Karriere erschwang sich der Bauingenieur-Student insgesamt 41 Kränze. Zu seinen grössten Erfolgen zählen diverse Kranzfestsiege, Teilverbands- & Bergschwingfestsiege und der eidgenössische Kranz in Estavayer.

Nick Alpiger überraschte in diesem Jahr am Innerschweizer Schwingfest bei dem er sich als überlegener Sieger feiern konnte. Auch er darf sich einige Erfolge auf seinem Konto verbuchen lassen, unter anderem den eidgenössischen Kranz von 2016, Kranzfestsiege und Platzierungen in den vorderen Rängen an Bergschwingfesten.

Ebenfalls ins Wettkampfgeschehen eingreifen, könnte der Chamer Sportler Pirmin Reichmuth. Nachdem er zwei Jahre aufgrund drei Kreuzbandrissen aussetzen musste und auch über ein Karriereende nachdachte, konnte der Physiotherapie-Student in dieser Saison sein Potential wieder ausspielen und erst vor kurzem den Brünig-Schwinget gewinnen.

Der Sieger des eidgenössischen Nachwuchsschwingfestes 2012 Joel Wicki, darf bis anhin in seinen jungen Jahren auf eine beachtliche Karriere zurückschauen. Dazu gehören diverse Siege an Berg- und Teilverbandsfesten und sensationelle Platzierungen an Festen wie dem Unspunnen-Schwinget 2017 bei dem er auf dem zweiten Schlussrang landete.

Berner-Selektion noch nicht bekannt

Die Selektion der Berner ist noch nicht genau bekannt. Sicher ist, dass der amtierende Schwingerkönig Matthias Glarner seinen Titel verteidigen wird. Auch dabei sein werden der Schwingerkönig von 2010 Kilian Wenger und der 23-Jährige Remo Käser der sich am NOS in Hallau gegen Markus Schläpfer einen Bandscheibenvorfall der Halswirbelsäule holte. Nach mehrwöchiger Erholungsphase wird der Sohn von Schwingerkönig Adrian Käser am ESAF in Zug wahrscheinlich teilnehmen können.

Das Winterthurer Trio

Esaf 1

Der Schwingklub Winterthur darf drei erfolgreiche Athleten am letzten August-Wochenende in den Kampf schicken. Angeführt wird das Trio vom Zweitplatzierten des NOS in Hallau Samir Leuppi. Er darf schon einiges an Eichenlaub sein Eigen nennen, auch konnte er schon bei diversen wichtigen Schwingfesten in den vorderen Rängen mitmischen, unter anderem an Teilverbands- wie auch an Bergschwingfesten. Leider hatte er vor dem letzten Eidgenössischen im 2016 Verletzungspech, was eine Teilnahme verunmöglichte. Leuppi verletzte sich einige Wochen zuvor am Weissensteinschwinget. Doch der Schwingklub Winterthur ist in diesem Jahr, was eine Topplatzierung Leuppis angeht, sehr zuversichtlich. Ebenfalls darf sich Beda Arztmann als Selektionierter Schwinger für das wichtigste Fest der Schwingszene Hoffnungen auf eine Auszeichnung machen. Der Ossinger gewann 2017 am Zürcher Kantonalschwingfest den ersten Kranz seiner Karriere und nahm im selben Jahr am Unspunnen-Schwinget teil. Seitdem ist Arztmann in den vorderen Rängen der Kantonalschwingfesten nicht mehr wegzudenken. Er besitzt insgesamt sieben Kränze.

Der Humliker Philipp Lehmann passt mit seinen zwei erkämpften Kränzen auch gut ins Wettkampfgeschehen. Er konnte im vergangenen Jahr seinen ersten Kranz erkämpften und wurde seiner Leistung auch in diesem Jahr am Zürcher Kantonalschwingfest in Fehraltorf gerecht, bei dem er sich auf dem Rang 5b ebenfalls das Eichenlaub aufsetzen durfte.

Das Anschwingen beginnt um 8 Uhr.

Winterthurer Schwinger platzieren sich im Mittelfeld

Am 4. August konnte der 62. Rickenschwinget bei wunderschönem Wetter durchgeführt werden. Die insgesamt 131 Teilnehmer aus der Nordostschweiz lieferten den 2700 Zuschauern spannende Zweikämpfe. Der Tages-Sieger Daniel Bösch (Zuzwil)kann auf ein gelungenes Comeback zurückblicken. Nach dem Schwarzsee-Schwinget Ende Juni musste Bösch sämtliche Feste aufgrund einer Schleimbeutelentzündung am Ellenbogen absagen.

Der Zuzwiler Schwinger überzeugt mit einem gestellten Gang gegen den Eidgenossen Fabian Kindlimann (Fischenthal) und fünf Siegen. Nach seinem verhaltenen Start konnte ihn niemand mehr aufhalten, einzig gegen den Kranzschwinger Silvio Oettli erhielt Bösch nicht die volle Punktzahl. Den Schlussgang bestritt er gegen Fabian Rüegg aus Mörschwil. Rüegg musste sich nach 2.23 Minuten mittels Kniestich geschlagen geben.

Auch der Schwingklub Winterthur durfte drei Sportler an diesen Anlass schicken. Der Kollbrunner Christian Lanter startete ebenfalls mit einem Unentschieden in den Tag, konnte aber bereits schon im zweiten Gang seinen Gegner bezwingen und holte sich gleich die Höchsnote. Leider musste sich Lanter in den nächsten zwei Begegnungen das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. Davon liess er sich nicht beirren und entschied die letzten beiden Kämpfe doch noch für sich, den sechsten Gang sogar gegen den Teilverbandskranzer Edi Bernold (Walenstadt). Mit dieser guten Leistung rangierte sich der Landmaschinenmechaniker auf dem Schlussrang 9e mit 56.00 Punkten.

Auch für den Hettlinger Michi Hari gab es im ersten Gang keine Entscheidung. Dafür überzeugte er schon im nächsten Kampf, leider musste er sich bereits schon in der dritten Begegnung nochmals ein Unentschieden gefallen lassen. Sein vierter Gegner konnte Hari aber nichts anhaben und so durfte er als Sieger vom Platz gehen. Die letzten beiden Begegnungen endeten nochmals mit einem Remis, so erreichte Hari mit genau 55.00 Punkten den Schlussrang 13d.

Den Rang 14e durfte sich Fabian Plüer mit 54.75 Punkten reservieren lassen. Er musste sich schon im ersten Kampf einen Kreis ins Notenblatt schreiben lassen, danach holte er seine Energie aus den Reserven und gewann den Gang gleich mit 10.00 Punkten. Leider hielt dieser Energieschub nicht an und er musste sich zuerst ein Remis, danach eine Niederlage gefallen lassen. In der fünften Begegnung lief die Zeit ab, ohne dass einer der beiden Schwinger eine Ergebnis erzielen konnte. Plüer konnte das nicht auf sich sitzen lassen und er legte seinen letzten Gegner souverän mit dem Rücken ins Sägemehl.

 

Herzliche Gratulation zu eurer Qualifikation!!

 

Esaf 1

Samir Leuppis hochverdienter Weissenstein-Kranz

Weissenstein 2

Samuel Giger stand am Weissenstein-Schwinget bereits nach fünf Gängen als Festsieger fest. Seinen zweiten Bergkranz in diesem Jahr gewann Samir Leuppi vom Schwingklub Winterthur.

Im Schlussgang des Bergkranzfests auf dem Weissenstein bodigte der Ottoberger Samuel Giger den überraschend soweit vorgestossenen Berner Michael Wiget (Wünnewil) nach 36 Sekunden mit einem sehenswerten Kurzzug. Der 21-jährige Giger, der am Südwestschweizer Schwingfest (14. Juli) überhaupt nicht auf Touren kam, dominierte von A bis Z und legte seine ersten fünf Kontrahenten ins Sägemehl – bereits in der vierten Begegnung kam es zum Duell mit Wiget. Dank 49,75 Zählern hatte er seinen zweiten Weissenstein-Triumph nach 2018 im Trockenen. Da Samuel Giger uneinholbar in Führung lag, musste ausgeschwungen werden, das heisst die restlichen Schwinger absolvierten alle sechs Gänge. Wiget, der im sechsten Umgang den Sieger des Innerschweizer Schwingfests, die Nummer 1 der Nordwestschweizer, Nick Alpiger (Staufen), besiegt hatte, bestritt den „Final“ als Zusatzgang. Giger, der sich seinen 14 Kranzfestsieg holte, den ersten in der laufenden Saison, erkämpfte sich zugleich seinen 35. „Kopfschmuck“. Von den 14. Kränzen ging die Hälfte an die Berner, vier an die gastgebenden Nordwestschweizer und drei an die Nordostschweizer.

 36. Eichenlaub

Weissenstein 1

Samir Leuppi zeigte eine ausgezeichnete Leistung und errang nach dem Rigi-Kranz den zweiten Bergkranz der Saison und den vierten Bergkranz insgesamt. Zum Auftakt legte er im Duell der Schwergewichte, einen der derzeit besten Nordwestschweizer Schwinger, den 150 kg schweren Eidgenossen Patrick Räbmatter (Uerkheim) nach rund vier Minuten Gangdauer auf den Rücken. Nach einem weiteren Vollerfolg wurde der Sennenschwinger vom späteren Schlussgangteilnehmer Wiget im zweiten Zusammengreifen ausgekontert und musste eine Niederlage mit der Tiefstnote 8,50 hinnehmen. Souverän meisterte der nun sechsfache Kranzgewinner der Saison, den talentierten 18-jährigen Lars Voggensperger (Schönenbuch), der im zweiten Durchgang den Glarner Eidgenossen Roger Rychen besiegt hatte. Bernhard Kämpf (Sigriswil), ein absoluter Topschwinger, der 2019 bereits an Kranzfesten triumphiert hatte, überliess er mehrheitlich die Initiative und kam zu einem beachtlichen Remis. Im entscheidenden Umgang um seinen ersten Weissenstein-Kranz bekam es der Winterthurer mit einem weiteren starken Berner zu tun, Christian Gerber, mit dem er am Nordostschweizer Schwingfest nicht über einen Gestellten hinauskam. Doch diesmal kam es anders: Samir Leuppi konnte den Emmentaler mit der Note 9,75 unter die Verlierer reihen und ergatterte sich im hochkarätig besetzten 90-köpfigen Teilnehmerfeld hochverdient sein 36. Eichenlaub. Dies im Rang 5b mit 56,50 Punkten.

Der zweite Teilnehmer des Schwingklubs Winterthur, der Ossinger Beda Arztmann liess sich zwei Erfolge schreiben und tauchte viermal. Im Gang um die Qualifikation für den Ausstich bettete er etwas überraschend im ersten Zug den Aargauer Yanick Klausner ins Kurzholz, der als Gastschwinger am Nordostschweizer Schwingfest 2016 in Davos sich in den Kranzrängen platzieren konnte.

Für Rico Baumann (Andelfingen) vom Schwingklub Flawil kam mit einem Sieg und drei  Verlustpartien das Aus bereits nach vier Gängen. (tre)

Leuppis erster Rigi-Kranz

Benji von Ah gewinnt sein zweites Bergkranzfest der Karriere. Samir Leuppi vom Schwingklub Winterthur erkämpft sich verdient den ersten Rigi-Kranz.

 Rigi 2

Da sich Christian Schuler (Rothenthurm) und der Thurgauer Domenic Schneider in einem offensiv geführten Schlussgang, in dem beide Siegeschancen hatten, nach zwölf Minuten unentschieden trennten, konnte sich der Giswiler Benji von Ah als lachender Dritter als Festsieger ausrufen lassen. Der 32-Jährige, der bei den SBB als Spezialmonteur arbeitet, siegte nach dem Erfolg am Stoss-Schwinget 2011, zum zweiten Mal an einem Bergkranzfest. Auf dem Weg zu seinem siebten Kranzfestsieg räumte der nun 71-fache Kranzgewinner seine ersten vier Gegner aus dem Weg. Im fünften Gang verpasste er den Einzug in die Endausmarchung mit der Niederlage mit der Tiefstnote 8,50 gegen Schuler. Dank dem sicheren Vollerfolg mit der Note 9,75 gegen den Aargauer Joel Strebel kam der dreifache Eidgenosse auf 58,00 Punkte. Direkt hinter ihm klassierten sich die beiden „Finalteilnehmer“, Schuler und Schneider. Die Innerschweizer holten sich von den 15 abgegebenen Kränzen zehn Exemplare, die Nordostschweizer drei und zwei gingen in die Nordwestschweiz. Seinen 148. Kranz verpasste der Schwingerkönig von 2001, Arnold Forrer (Stein SG), nur um einen Viertelpunkt. Nicht besser erging es dem Zürcher Oberländer Eidgenossen Fabian Kindlimann (Fischenthal), der letztlich ebenfalls 56,00 Punkte auf seinem Konto hatte.

Leuppis Bergkranz

Rigi 1

Samir Leuppi vom Schwingklub Winterthur sicherte sich nach zwei Schwägalp-Kränzen verdient den dritten Bergkranz der Laufbahn. Und konnte sich nach der schwachen Leistung vor Wochenfrist am Innerschweizer Schwingfest, als er den Kranz deutlich verpasste, rehabilitieren. Zum Auftakt bodigte er in der vierten Minute den zweifachen Eidgenossen Philipp Gloggner vom Luzerner Schwingerverband mit einem Inneren Haken und der Maximalnote 10,00. Keine Chance hatte der 1,95 cm grosse und 140 kg schwere Athlet gegen Benji von Ah. Die Duelle vor und nach dem Mittagessen konnte der Sicherheitsbeamte für sich entscheiden und hatte 38,25 Punkte auf seinem Notenblatt und konnte somit zweimal um das hochhängende Eichenlaub kämpfen. Leuppi nutzte bereits die erste Chance und konnte Marco Fankhauser (Hasle LU) nach rund drei Minuten mit Gammen und Nachdrücken unter die Verlierer reihen. Zuletzt bekam es der 26-Jährige mit dem vierfachen Eidgenossen Andreas Ulrich (Gersau) zu tun, der auf der Rigi in den Jahren 2012 und 2015 triumphiert hatte. Mit einem Erfolg mit der Höchstnote hätte sich Leuppi sogar zusammen mit von Ah als Festsieger feiern lassen können. Doch es kam anders: Leuppi und Ulrich kamen in einem ereignisarmen Gefecht nach sechs Minuten Gangdauer nicht über einen Gestellten hinaus. Dank 56,75 Punkten platzierte sich der Winterthurer im Rang 4a und ergatterte sich den fünften „Kopfschmuck“ der laufenden Saison und den 35. insgesamt. Samir Leuppi bestreitet am Samstag auf dem Weissenstein sein zweites Bergkranzfest der Saison. (tre)