Schnurrenbergers Triumph – Arztmanns Auszeichnung

Am 80. Niklausschwinget in der Stadthalle Dietikon siegten überraschend zwei Zürcher Schwinger. Beda Arztmann (Ossingen) vom Schwingklub Winterthur holte sich die Auszeichnung.

Da sich im Schlussgang Damian Egli (Steinhuserberg) und Andreas Döbeli (Sarmenstorf), die beide überraschend soweit vorgestossen waren, remis trennten, konnten sich Roman Schnurrenberger (Sternenberg) und Marco Nägeli (Obfelden) als lachende Dritte als Festsieger feiern lassen. Der 22-jährige Schnurrenberger, der für den Schwingklub Zürcher Oberland antritt, bodigte zum Auftakt völlig überraschend den Eidgenossen Nick Alpiger (Staufen), der zum engsten Favoritenkreis gehörte. Nach dem Taucher mit der Tiefstnote 8,50 gegen Lukas Bernhard (Engelberg) kehrte der neunfache Kranzschwinger wieder auf die Siegesstrasse zurück und gewann die restlichen Duelle. Zuletzt siegte der 1,83 m grosse und 120 kg schwere Landwirt mit der Maximalnote 10,00 gegen einen der besten Nordostschweizer Schwinger, den Thurgauer Eidgenossen Domenic Schneider, der sich kurzfristig für einen Start entschieden hatte. Dank 57,75 Punkten triumphierte Schnurrenberger erstmals an einem Rangschwinget. Das Gleiche gilt für Marco Nägeli, dem Co-Sieger, der nebst vier Siegen mittels Höchstnoten, zweimal stellte.

Arztmanns 55,75 Punkte

Der Ossinger Beda Arztmann unterlag in der Startbegegnung Lukas Bernhard, Co-Sieger am Ob- und Nidwaldner Kantonal-Schwingfest 2015, mit der Tiefstnote. Nach einem Vollerfolg musste sich der Zimmermann-Vorarbeiter dem starken Urner Bergkranzer Stefan Arnold, der am Schwarzsee-Schwinget Schwingerkönig Matthias Glarner (Meiringen) ein Remis abtrotzte, geschlagen geben. Nach einem nicht eingeplanten Unentschieden gegen den Nichtkranzer Christian Pianta (Mollis) liess sich der 22-Jährige fünften Umgang einen weiteren Erfolg mit der Höchstnote notieren. Im Abschlusskampf gelang dem 1,80 m grossen und 105 kg schweren Turnerschwinger der nötige Siegeswurf über Lukas Krähenbühl (Matzingen). Mit der Punktezahl von 55,75 erkämpfte sich Arztmann die Auszeichnung im Rang 7j.

Michael Hari (Winterthur) startete mit zwei Siegen, jeweils mit der Note 10,00, ideal. Nach zwei Niederlagen stellte er im fünften Durchgang. Im entscheidenden sechsten Gefecht, um die Auszeichnung, zog der 24-Jährige gegen den Appenzeller Patrick Schmid den Kürzeren und verpasste die angestrebte Auszeichnung um 1,50 Zähler im Rang 13e. Genau gleich wie Hari erging es dem Humliker Philipp Lehmann, der sich nach fünf Gängen ebenfalls noch Hoffnungen auf die erste Niklaus-Auszeichnung ausrechnen konnte: Auch er verlor den sechsten Gang mit der Note 8,50 (Rang 13g mit 54,25. Punkten).

Einen Sieg, vier Remis und eine Niederlage hatte letztlich Christian Lanter (Kollbrunn) auf seinem Notenblatt. Dies ergab Rang 14g.

Florian Frauenfelder musste noch Lehrgeld bezahlen. Mit einem Vollerfolg und drei Verlustpartien kam für den 16-jährigen Hofstetter das Aus bereits nach vier Durchgängen.

 

0,25 hinter den Auszeichnungen

Nur 0,25 Punkte fehlte am Ende Benjamin Nock und Dario Bosshard (beide Turbenthal) vom Schwingklub Zürcher Oberland zur Auszeichnung. Zum Verhängnis wurde ihnen die fehlende Maximalnote im letzten Gang. Beide gingen je dreimal als Sieger und Verlierer vom Platz. Der 16-jährige Nock besiegte mit Marc Jörger (Domat/Ems) erstmals einen Kranzschwinger.

Patrick Bürgler (Ellikon am Rhein) vom Schaffhauser Schwingerverband beendete das Fest auf Platz 14d. (tre)

Auszug aus der Rangliste

Dietikon ZH. Niklausschwinget (100 Schwinger, 900 Zuschauer). Schlussgang: Damian Egli (Steinhuserberg) gegen Andreas Döbeli (Sarmenstorf) nach 10 Minuten gestellt. Rangliste: 1. Roman Schnurrenberger (Sternenberg) und Marco Nägeli (Obfelden), je 57,75. 2. Egli 57,25. 3. Andreas Döbeli, Mario Schneider (Schönenberg an der Thur) und Philipp Roth (Biberist), je 57,00. 4. Stefan Arnold (Attinghausen), Michael Zurfluh (Attinghausen), Adrian Schmutz (Langenbruck), Hanspeter Luginbühl (Aeschiried), Nick Alpiger (Staufen) und Reto Koch (Gonten), je 56,75. 5. Patrick Räbmatter (Uerkheim) 56,50. 6. Daniel Wettstein (Zürich), Adrian Steinauer (Willerzell), Dominik Roth (Meikirch), Urs Schäppi (Wiezikon b. Sirnach) und Shane Dändliker (Feldbach), je 56,00. 7. u. a. Beda Arztmann (Ossingen) 55,75 (alle mit Auszeichnung). 9. u. a. Benjamin Nock und Dario Bosshard (beide Turbenthal), je 55,25. 13. u. a. Michael Hari (Winterthur) und Philipp Lehmann (Humlikon), je 54,25. 14. u. a. Patrick Bürgler (Ellikon am Rhein) und Christan Lanter (Kollbrunn), je 54,00. 23. u. a. Florian Frauenfelder (Hofstetten) 35,25.

Liebe Schwingerfamilie Winterthur

Die Tage werden kürzer und der Herbst steht vor der Tür. Die Schwingsaison 2017 geht langsam zu Ende.

Wir dürfen auf ein intensives, aber sehr erfolgreiches Vereinsjahr zurückblicken.

Ich möchte es an dieser Stelle nicht unterlassen, allen, die unseren Verein dieses Jahr tatkräftig unterstützt haben, ein grosses Dankeschön auszusprechen.

Als erster Höhepunkt in diesem Jahr fand bei durchzogenem Wetter unser traditionelles Eschenberg-schwingfest am 6. und 7. Mai statt. Das Wetter war nicht gerade prickelnd, aber zum Glück konnten wir trotz der Kälte unser Fest ohne grosse Verletzungen durchführen.  Folgende unserer Aktivschwinger erkämpften sich die beliebte Eschenbergauszeichnung: Arztmann Beda, Leuppi Samir (Schlussgangteilnehmer), Lehmann Philipp und Lanter Christian.

Am 21. Mai fand in Weiach bei schönem Wetter das Zürcher Kantonale Schwingfest statt. Am Abend konnte sich Samir Leuppi, als sehr verdienter Sieger zum ersten Mal feiern lassen. Für unseren Klub ist es eine grosse Ehre, einen Kantonalfestsieger in unseren Reihen zu haben. Ebenfalls durfte sich Beda Arztmann das erste Mal in seiner Schwingerkarierre einen Kranz aufsetzen lassen. Nochmals herzliche Gratulation Euch beiden und Beda willkommen bei den Kranzern. Ein paar weitere Aktivschwinger hätten einen Kranz sehr verdient gehabt, leider klappte es in diesem Jahr noch nicht. Ich bin aber zuversichtlich, dass auch ihr bald den Schwingplatz als Kranzer verlassen werdet.  

Auch unsere Nachwuchsschwinger haben viele Auszeichnungen mit nach Winterthur gebracht. Eine grosse Freude und ein Versprechen für die Zukunft. Genaue Details erfahrt ihr an der GV von den Technikern und Vorstandsmitgliedern.

Ich freue mich darauf, mit Euch an unserer GV vom 1. Dezember 2017 in der Taverne zum Hirschen, Lindenplatz 2, 8408 Winterthur-Wülflingen, auf die erfolgreichen letzten Jahre anzustossen und heisse Euch herzlich willkommen. Unsere GV wird mit einem feinen Abendessen vor der Versammlung abgerundet. Bitte nicht vergessen: Für die Zürcher Delegiertenversammlung vom Sonntag, 10. Dezember 2017 in Hausen a. Albis müssen 16 Delegierte für den Schwingklub Winterthur anwesend sein. Am 28. Januar 2018 findet die NOS DV in Beringen SH statt. Auch dort müssen mindestens zwölf Delegierte vor Ort sein. Georg Hirsiger wird nach der GV auf Euch zukommen. Bitte reserviert Euch aber diese beiden Daten bereits schon jetzt.

Allen Mitgliedern, welche ich im Dezember in Wülfligen oder Hausen a. Albis nicht persönlich begrüssen kann, wünsche ich auf diesem Weg bereits jetzt im Namen des Vorstands von Herzen schöne Festtage und einen guten Rutsch ins Jahr 2018.

Mit kräftigem Schwingergruss

                                                                            

Martin Truninger                                                                          

Euer Präsident Schwingklub Winterthur                          

 

  1. Siebner Herbstschwingertag – Christian Lanter mit starkem Notenblatt

3’000 Zuschauer erfreuten sich nach kurzem Regenguss vor dem Anschwingen ab dem darauffolgenden schönen Herbstwetter und schufen eine super Stimmung für die 123 Schwinger aus den innerschweizerischen, nordostschweizerischen und nordwestschweizerischen Teilverbänden sowie für die vier Schwinger aus dem Kanton Tessin.

Siegermuni Nelson durfte am Abend mit Roger Rychen aus Mollis nach Hause. Rychen bezwang Florian Hasler aus Vorderthal nach nur zwei Minuten mit einem schönen Kurzzug.

Vom Schwingklub Winterthur war einzig Christian Lanter aus Kollbrunn am Start. Sein Notenblatt lässt sich zeigen. Die ersten zwei Gänge konnte Lanter für sich entscheiden gegen die Gegner Dario Bösch und Thomas von Euw. Im dritten Gang gegen den Teilverbandskranzer Roland Kälin stellte Christian Lanter seinen Gang. Im vierten Gang gegen einen weiteren Teilverbands-kranzer Guido Gwerder musste Lanter seine einzige Niederlage des Tages hinnehmen. Gegen Tobias Bürgi im fünften Gang zeigten die zwei Jung-athleten einen grossartigen Gang. Sie schenkten einander nichts. In der letzten Minute konnte Christian seinen Gegner auf den Rücken drehen. Im letzten Gang seiner Saison 2017 rief der Speaker Christian gegen den guten Kranzschwinger Peter Gasser auf. Auch ihn bodigte er mit der Höchstnote 10. Der Junge Winterthurer Althen zeigte einen hervorragenden Wettkampf. Er rangierte sich auf der Schlussrangliste auf dem sehr guten Platz 5b mit 57.00 Punkten und konnte sich so die beliebte Auszeichnung sichern. 

Archivbild: Werner Schaerer

 

Klubschwinget Schwingklub Winterthur, Samstag, 9. September 2017 in Buch am Irchel

Bei nassem Wetter trafen sich am vergangenen Samstagmorgen, 9. September 2017, zehn Aktiv- und fünfzehn Jungschwinger in Buch am Irchel zum alljährlichen Klubschwinget des Schwingklub Winterthur. Dieser Anlass dient als Saison-Ende und stärkt neben dem Kräftemessen intern die Kameradschaft und den Zusammenhalt im Klub. Punkt 11.00 Uhr begannen die Zweikämpfe. Der Wettkampfplatz sowie die weitere Organisation wurde durch die Familie Kramer perfekt vorbereitet, das Klubschwinget war in Highlight und integriert in den Dorfmarkt. Die schöne Schweizer Sportart, das Schwingen, zog zusätzlich weitere Zuschauer nach Buch am Irchel an. Unsere Aktiv- und Nachwuchsschwinger zeigten schöne, faire und hochstehende Zweikämpfe. Viele Zuschauer sahen die Sportart zum ersten Mal und waren durchaus begeistert. Um 14.00 Uhr machten wir mit dem Klubschwinget eine kleine Pause und Schnupperschwingen für jeden Mann/Frau war angesagt. Da das Wetter sehr schlecht war, konnten wir nur wenige Leute begeistern, in das Sägemehl zu steigen. Nach der Pause ging es dann langsam Richtung Tagesentscheidung, sprich, um den Tagessieg. Im Schlussgang der jüngeren Nachwuchsschwinger standen sich Frauenfelder Niklas und Anliker Nino, beide aus Schlatt, gegenüber. Den Schlussgang durfte Nino Anliker für sich entscheiden. Bei den älteren Bueben siegte Anliker Andri, Ninos grosser Bruder, gegen Schönenberger Leo aus Winterthur. Die zwei Jungtalente zeigten einen spannenden Kampf und schenkten sich trotz Klubkameraden nichts. Der Schlussgang der Aktivschwinger bestritten Arztmann Beda gegen Hari Michi. Mit einem Schlungg legte Beda Arztmann seinen Schlussgang-Gegner bei mittlerweile strömendem Regen auf den Rücken.

Bei Speis und Trank in der Feuerwehr-Beiz, mit einem lang ersehnten Dach über dem Kopf, traf man sich im Anschluss zur Rangverkündigung. Der Schwingklubpräsident Martin Truninger aus Rikon hielt diese ab und jeder Teilnehmer bekam von Angelika Kramer, welche viele Sponsoren gesucht hat, ein schönes Sackmesser als Andenken. Aber nach der Rangverkündigung war noch lange nicht Schluss. Bei gemütlicher Geselligkeit wurde noch über das Schwingen gefachsimpelt und ein geselliger Tag im Kreise der Schwinger Familie Winterthur ging zu Ende. 

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Nino Anliker Andri Anliker Beda Arztmann

 

 

Rückblick Unspunnenschwingfest, der Winterthurer Samir Leuppi mit einer Top Leistung!

 

Christian Stucki (32) bezwingt seinen Verbandskollegen Curdin Orlik (24) im Schlussgang in extremis und sichert den Bernern den ersten Unspunnen-Sieg seit 30 Jahren.


Zwei Berner im Schlussgang. Da kann doch nichts mehr schiefgehen. Oder doch? Vor dem letzten Kampf die Hand reichend, ist die Ausgangslage für den Berner Teilverband ausgezeichnet. Stucki und Orlik beginnen verhalten, sie gehen keine Risiken ein. Schliesslich haben sie eine gute Viertelstunde Zeit für den entscheidenden Zug. Wenige Meter nebenan sitzt Joel Wicki im Rasen. Er wirkt äusserlich gelassen, hat die Beine gestreckt und erweckt den Eindruck, als rechne er überhaupt nicht damit, zum lachenden Dritten zu werden. Doch die Zeit zerrinnt, im Publikum macht sich Ungeduld breit. «Noch sechs Minuten», ruft der Kampfrichter Schmutz. Wicki kniet mittlerweile, die Haltung wirkt nicht mehr ganz so locker. Noch fünf Minuten.

Noch zwei Minuten. Jetzt gehen die Schlussgangteilnehmer «all in». Die Nervosität ist allenthalben spür- und sichtbar. 62 Sekunden vor Schluss liegen Stucki und Orlik im Sägemehl. Stucki hatte zum entscheidenden Schwung angesetzt. «Ich bin überwältigt – und am Ende», sagt Stucki.

Seinen wichtigsten Erfolg seit dem Sieg in Kilchberg 2008 musste sich der Lysser hart erarbeiten. Vor 15’400 Zuschauern durfte sich Stucki als Sieger feiern lassen und seinen Siegermuni Gottlieb entgegennehmen.

Aber auch der Winterthurer Samir Leuppi zeigte eine herausragende Leistung in Interlaken. Er wirkte ungemein explosiv. Im ersten Gang fehlte ihm gegen Matthias Aeschbacher zwar ein Rezept für den Sieg und musste sogar mit einem verlorenen Gang starten. Dies gab ihm aber den richtigen Power für die weiteren Gänge. Den zweiten, dritten und vierten Gang gegen die Gegner Samuel Dind, Christian Odermatt und den Eidgenössischen Kranz Schwinger Patrick Räbmatter konnte der Sennenschwinger Samir Leuppi auf spektakuläre Art für sich entscheiden. Alle warten gespannt, mit wem es Leuppi im fünften Gang zu tun bekommt. Der Platz-Speaker gab die Paarungen für den fünften Gang bekannt. Leuppi Samir gegen den starken Berner Jungathleten Käser Remo. Die beiden schenkten sich gar nichts. Angriff war angesagt. Nach acht Minuten war der Gang unentschieden, beide bekamen die Höchstnote neun für ihren gestellten Gang. Zum Abschluss drückte Samir den Eidgenossen Mario Thürig souverän mit der Höchstnote 10 ins Sägemehl. Die Ostschweizer Tribüne applaudierte und die grosse Fangemeinde von Samir Leuppi konnte sich fast nicht mehr beruhigen. Ein toller Tag für den 24-jährigen Athleten aus Winterthur. Er klassierte sich auf dem sehr guten Rang 4b mit der Punktezahl 57.00 und durfte sich auf der schönen Naturarena seinen Lebenspreis, das Rind Lamberta, überreichen lassen.

Nach vier Gängen war Schluss
Der Ossinger Beda Artzmann, ebenfalls vom Schwingklub Winterthur, musste derweil bei seiner Unspunnen-Premiere hartes Brot essen. Nach einer sehr erfolgreichen Saison qualifizierte sich der Zimmermann-Vorarbeiter für das Unspunnenschwingfest. Für ihn war das Fest nach vier Gängen leider vorbei. Beda hatte aber sehr gut gekämpft, ihm fehlte bei diesem Fest das gewisse Wettkampfglück.

Fabian Kindlimann vom Schwingklub Zürcher Oberland totalisierte 56,75 Punkte. Kindlimann gewann vier seiner sechs Kämpfe, wobei er sich dreimal die Höchstnote 10,00 notieren lassen konnte. Daneben verlor der Eidgenosse, der schon am Unspunnen 2011 einen Spitzenplatz belegt hatte, gegen den späteren Festsieger Christian Stucki sowie Kilian Wenger.

Der Unspunnen-Schwinget 2017 hat gezeigt, was die Mischung aus Sport, Tradition und Moderne ausmacht. Zum Bild des friedlichen Schwingfests gehört, dass die Athleten für die Zuschauer Stars zum Anfassen sind. Eine jede und ein jeder hat Zugriff auf die Athleten, bekommt zwischen Sägemehlring und Garderobe das gewünschte Autogramm und Foto.

Wer in Interlaken live dabei sein durfte, kann sicher bestätigen, dass das Schwingen zu den schönsten Sportarten gehört. 

 

Böschs Triumph und Leuppis erster Bergkranz

Daniel Bösch (Zuzwil SG) gewinnt nach 2015 zum zweiten Mal auf der Schwägalp. Samir Leuppi vom Schwingklub Winterthur holt sich den ersten Bergkranz der Karriere.

 

Im Schlussgang des 18. Schwägalp-Schwingets bodigte Daniel Bösch den Berner Gast Thomas Sempach (Heimenschwand) nach 5:50 Minuten mit Kurz/Kreuzgriff. Auf dem Weg in den <<Final>> bezwang der 29-Jährige mit Simon Anderegg (Unterbach BE) und Florian Gnägi (Aarberg) zwei Miteidgenossen. Im vierten Gang hatte der nun 19-fache Kranzfestsieger gegen einen weiteren Berner, Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen), nach einem umstrittenen Entscheid der drei Kampfrichter, das Glück auf seiner Seite, dass er nicht verlor. Bösch, der am Sonntag am Unspunnen-Schwinget als Titelverteidiger an den Start geht, zeigte insgesamt eine überzeugende Leistung und triumphierte nach 2015 zum zweiten Mal am Schwägalp-Schwinget. Nach dem St. Galler Kantonalen gewann der gelernte Metzger das zweite Kranzfest der Saison und konnte zugleich seinen 90. Kranzerfolg feiern. <<Finalverlierer>> Der 32-jährige Sempach, der auf der Schwägalp 2008 siegreich war, konnte im vierten Gang den Co-Sieger vom Vorjahr, Armon Orlik (Maienfeld), der letztlich den Ehrenplatz belegte, auskontern und mit der Note 9,75 ins Sägemehl betten. Samuel Giger (Ottoberg), der 2016 Platz 1a belegte, konnte die hohen Erwartungen nicht ganz erfüllen und klassierte sich mit vier Vollerfolgen und zwei Gestellten, direkt hinter Sempach, auf Rang 4b. Von den 14 abgegebenen Kränzen blieb die Hälfte in der Nordostschweiz, sechs Exemplare gingen an die Berner – Marc Gottofrey (Echallens) rettete vor 13‘250 Zuschauern die Ehre der Südwestschweizer.

Leuppis vier Siege

Der Winterthurer Samir Leuppi gab im Anschwingen Christian Gerber (Röthenbach im Emmental) in der zweiten Minute das Nachsehen. Gegen Remo Schenkel (Gerzensee) siegte er kurz vor Zeitablauf und hatte 19,50 Punkte. Vor dem Mittagessen unterlag der Schwinger des Schwingklubs Winterthur dem entfesselten Daniel Bösch im ersten Zusammengreifen. <<Gegen Bösch hatte ich heute keine Chance>>, sagte Leuppi. Nach einem sicheren Erfolg gegen den Thurgauer Marco Oettli stellte Leuppi, der sich seinen siebten Kranz der Saison eroberte, in einem ereignisarmen Gefecht, mit dem Berner Topschwinger Florian Gnägi. <<Es lag nicht an mir den Gang zu machen>>, gab er zu Protokoll. Zuletzt, in der Begegnung um seinen 24. Kranz, beförderte Samir Leuppi den deutlich schwächer eingestuften Berner Oberländer Jan Wittwer, der vier Kränze besitzt, nach rund drei Minuten ins Kurzholz. <<Da ich unsicher war, ob 56,25 Punkte zum Kranzgewinn reichen, wollte ich gegen Wittwer zuerst mit der Maximalnote 10,00 gewinnen. Da ich aber gemerkt hatte, dass dies sehr schwierig ist, änderte ich meine Taktik und überdrehte ihn am Boden zum gültigen Resultat>>, meinte Leuppi, der sich den ersten Bergkranz der Karriere holte. Im Weiteren sagte er: <<Am Sonntag möchte ich am Unspunnen-Schwinget einfach meine beste Leistung abrufen können>>. Samir Leuppi klassierte sich im letzten Kranzrang 7.

 

Der zweite Teilnehmer des Schwingklubs Winterthur, Beda Arztmann, der erstmals an einem Bergkranzfest teilnehmen konnte, ging einmal als Sieger vom Platz: im vierten Durchgang gelang ihm ein Plattwurf gegen Marco Good (Sargans), der am Unspunnen-Schwinget an den Start gehen wird. Zweimal kam der Ossinger nicht über Remis hinaus: im ersten und letzten Umgang, dazu kamen drei Verlustpartien – im fünften Gang gegen den Appenzeller Eidgenossen Marcel Kuster. Dank 53,00 Punkten kam Arztmann auf Platz 19.

Das Aus nach vier Gängen

Für Christoph Odermatt (Bauma) kam das Aus bereits nach vier Gängen. Nach dem Starterfolg gegen Hannes Bühler (Amriswil) verlor der Athlet des Schwingklubs Zürcher Oberland die Gänge zwei bis vier. Im zweiten Gang tauchte er gegen einen der besten Südwestschweizer Schwinger, Steven Moser (Brünisried) mit der Tiefstnote 8,50. (tre)

Auszug aus der Rangliste

Urnäsch AR. Schwägalp-Schwinget (90 Schwinger, 13’250 Zuschauer). Schlussgang: Daniel Bösch (Zuzwil SG) bezwingt Thomas Sempach (Heimenschwand) nach 5:50 Minuten mit Kurz/Kreuzgriff. Rangliste: 1. Bösch 58,75. 2. Armon Orlik (Maienfeld) 58,25. 3. Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) 57,75. 4. Sempach, Samuel Giger (Ottoberg), Patrick Schenk (Wasen im Emmental) und Michael Bless (Gais), je 57,00. 5. Marc Gottofrey (Echallens) 56,75. 6. Florian Gnägi (Aarberg), Dominik Schmid (Hundwil) und Christian Gerber (Röthenbach im Emmental), je 56,50. 7. Samir Leuppi (Winterthur), Domenic Schneider (Friltschen) und Simon Anderegg (Unterbach), je 56,25 (alle mit Kranz). 19. Beda Arztmann (Ossingen) 53,00. 22. Christoph Odermatt (Bauma) 35,25.