Am letzten September-Wochenende durfte der Schwingklub Winterthur den Schweizer Nationalsport «Schwingen», am Weinländer Herbstfest in Flaach den Leuten etwas näher bringen.

Lanter gegen Arztmann 2019

Am Samstag fand der Schwinger Schnuppertag, bei dem Gross und Klein in den friedlichen Kampfsport reinschnuppern durften, statt. Auf der Chlibiwiese in der Breiten, unweit des Spielplatzes Webergass, wurde die «Schwingarena» mit einem Sägemehlring aufgestellt. Geleitet wurde dieser Tag von erfahrenen Schwingern des Schwingklubs Winterthur.

Am Sonntag darauf wurde dann gleich noch das Klubschwinget des Winterthurer Stadtklubs mit klubeigenen Schwingern durchgeführt. Von 11.00 bis 12.00 Uhr durften Schwinginteressierte beim eidgenössischen Kranzschwinger Samir Leuppi ein Autogramm abholen. Leuppi gewann am letzten Eidgenössischen Schwing- und Älplerfest in Zug, welches am 24. & 25. August 2019 stattfand, als einziger Zürcher Schwinger die Auszeichnung, genannt Kranz. Der Schwingklub Winterthur ist sehr stolz auf Leuppi und seine erbrachte Leistung an diesem Anlasses. Ebenso auf Beda Arztmann aus Ossingen und Philipp Lehmann aus Humlikon. Die beiden Aktivschwinger durften ebenfalls an diesem besonderen Anlass im August teilnehmen und an beiden Tag mitschwingen.

Der erste Gang des Plauschschwingens startete um 12.00 Uhr. Die Sportler traten jeweils sechsmal gegeneinander an und lieferten den Zuschauern zum Teil spektakuläre Schwünge. Da weniger Teilnehmer als an einem auswärtigen Schwingfest anwesend waren, kam es schon mal vor, dass zwei Brüder gegeneinander schwingen mussten und dies lustige Begegnungen ergab. Die einzelnen Gänge der Jung- und Aktivschwinger wurden abwechslungsweise durchgeführt, so ergab es für die Zuschauer eine spannende Mischung aus herzigen Kämpfen der Jungschwinger und explosiven Kämpfen der Aktivschwinger. Nach dem fünften Gang stellte der Präsident des Schwingklubs, Martin Truninger, das Schwingen nochmals etwas genauer vor. Er erklärte zum Beispiel, dass das Händeschütteln vor dem Kampf aussagt, dass man für den Kampf bereit ist und sich ebendiesem auch stellen möchte. Das «Sägemehl-Abwischen» nach dem Kampf ist ein Ausdruck der Fairness. Danach wurden ein paar Schwünge gezeigt und im Detail erklärt. Nach diesen, auch für Schwingfans lehrreichen Minuten, wurden die Kämpfe wieder fortgesetzt. Im Schlussgang der Jungschwinger standen Janos Bachmann aus Wildberg und Nino Anliker aus Schlatt. Als Sieger dieser Begegnung ging der 2004 geborene Janos Bachmann hervor. Er stand in seiner Karriere schon zum dritten Mal im Schlussgang.

Bei den Aktivschwingern konnten sich Beda Arztmann und Christian Lanter qualifizieren. Der Schlussgang wurde auf 10 Minuten angesetzt. Beide Schwinger brachten den jeweiligen Gegner ein paar Mal beinahe auf den Rücken, somit war alles offen. Arztmann war schlussendlich doch der Stärkere und konnte Lanter nach 8.01 Minuten mittels Kurz aufs Kreuz legen.

Klubschwingen-2019-99
Klubschwingen-2019-96
Klubschwingen-2019-95
Klubschwingen-2019-93
Klubschwingen-2019-91
Klubschwingen-2019-88
Klubschwingen-2019-87
Klubschwingen-2019-86
Klubschwingen-2019-85
Klubschwingen-2019-84

Am Samstag, 28. September 2019 durfte der Schwingklub Winterthur insgesamt neun Schwinger ans WEGA Schwinget schicken. Drei der jungen Sportler durften mit der Auszeichnung nach Hause gehen.

Frauenfelder Niklas 2019

In der Kategorie 2009/ 2008 konnte sich Lukas Anliker über die Auszeichnung freuen. Er startete mit einem Sieg und gleich 10.00 Punkten in den Tag, musste sich aber schon im zweiten Kampf ein Remis eingestehen. Der dritte Kampf entschied der Schlatter Schwinger zu seinen Gunsten. Leider musste er sich aber auch eine Niederlage gegen den älteren Schwinger Nils Müller gefallen lassen. Nach diesem enttäuschenden Start in die zweite Hälfte konnte Lukas nochmals ein Remis aus dem Gang holen. Er beendete das Fest mit einem Sieg und genau 56.00 Punkten auf dem Rang 11c.

In derselben Kategorie holte sich Lias Brändle den Rang 13e und 55.50 Punkte. Auch er durfte seinem Gegner im ersten Kampf das Sägemehl vom Rücken wischen, landete aber schon im zweiten Gang selber auf dem Rücken. In der dritten Begegnung gab es keine Entscheidung und der Gang endete gestellt. Nach dem Mittag musste sich Lias nochmals geschlagen geben, schüttelte sich aber die Müdigkeit ab und gewann seine letzten beiden Kämpfe souverän mit je 10.00 Punkten.

Der Hofstetter Junschwinger Niklas Frauenfelder konnte sich ebenfalls über eine Auszeichnung in der Kategorie 2006/ 2007 freuen. Zwar startete er nicht sehr erfolgversprechend, holte sich aber nach und nach die notwendigen Punkte für eine gute Platzierung. Der Sennenschwinger musste sich im ersten Kampf schon das Sägemehl vom Rücken wischen lassen. Den zweiten Gang konnte er mit der Höchstnote für sich entscheiden. Der dritte Gegner war Niklas leider überlegen und er musste selber am Sägemehl schnuppern. Nach dieser Schlappe konnte er seine letzten drei Gegner reihenweise auf den Rücken legen. Niklas erschwang sich mit dieser Leistung den guten Schlussrang 8b und 56.50 Punkte.

Lanters erfolgreicher Saisonabschluss

Am 22. September 2019 wurde bei nochmals fast sommerlichen Temperaturen und wunderschönem Herbst-Wetter in Siebnen, im Kanton Schwyz, das Herbstschwinget durchgeführt. 139 Schwinger nahmen am bald letzten Schwingfest der Schwingsaison teil und lieferten den Zuschauern tolle Zweikämpfe.

Christian Lanter und Fabian Plüer sind zwei der Teilnehmer, welche für den Nordostschweizerischen Schwingvervand antreten durften.

Der Kollbrunner Christian Lanter darf auf einen gelungenen Saisonabschluss zurückblicken. Der gelernte Landmaschinenmechaniker verlor zwar schon den ersten Gang gegen den Teilverbandskranzer Philipp Schuler (Rothenthurm), konnte aber mit den weiteren Kämpfen seinen schwachen Start wieder etwas gut machen. Im zweiten Kampf durfte Lanter seinem Gegner schon das Sägemehl vom Rücken wischen. Weiter ging es mit einem Remis bei dem er gerade mal 8.75 Punkte erhielt. Seine nächsten zwei Gegner mussten nochmals dran glauben und landeten beide direkt mit dem Rücken im Sägemehl, was Lanter gleich zweimal die Höchstnote von 10.00 Punkten einbrachte. Mit dieser Leistung wurde ihm dann der Eidgenosse Reto Nötzli (Pfäffikon SZ) zugeteilt. Diesmal musste sich Lanter geschlagen geben, so erreichte er mit insgesamt 55.75 Punkten den Schlussrang 11i.

Für den Winterthurer Athleten Fabian Plüer lief es leider nicht ganz so gut. Zwar startete der Zimmermannslehrling besser als sein Klubkollege Lanter, doch danach konnte er seine Leistung nicht mehr abrufen. Plüer konnte den ersten Kampf souverän mit gleich 10.00 Punkten für sich entscheiden. Die zweite Begegnung endete dann für ihn mit einer Niederlage und immerhin noch 8.75 Punkten. Doch bei den letzten vier Begegnungen kam er weder über eine Niederlage noch über 8.50 Punkte hinaus. Mit diesem Notenblatt landete Plüer mit 52.75 erkämpften Punkten auf dem Rang 22b.

KLubschwinget

SchnupperschwingenPlan Flaach

Am 7. September wurde in Jonschwil SG das Buebeschwinget Uzwil mit insgesamt 281 Schwingern und rund 600 Zuschauern durchgeführt. Der Schwingklub Winterthur durfte fünf Athleten in den Kampf schicken, leider musste einer davon nach dem vierten Gang aufgrund einer Verletzung aufgeben.

Verletzte Sportler am Buebeschwinget

In der Kategorie 2010/ 2011 konnte Andrin Kupper auf dem Rang 11c überzeugen. Der Elgger startete zwar mit zwei verlorenen Gängen in den Tag, konnte aber recht aufdrehen und die Kämpfe drei, vier und fünf alle für sich entscheiden, zwei davon sogar mit der Höchstnote von 10.00 Punkten. Leider musste er sich von seinem letzten Gegner das Sägemehl nochmals vom Rücken wischen lassen. So erreichte Andrin gute 55.25 Punkte.

Der Schlatter Schwinger Loris Anliker gewann gleich den ersten Kampf, musste sich aber schon im zweiten Gang einen Kreis ins Notenblatt schreiben lassen. Vor dem Mittag entlockte der Sennenschwinger seinem Gegner noch ein Unentschieden. In der vierten Begegnung konnte Loris seinen Kontrahenten sauber auf den Rücken legen, was ihm gleich 10.00 Punkte einbrachte. Leider musste er sich in den Gängen fünf und sechs zwei Niederlagen eingestehen. Mit dieser Leistung erschwang er sich in der Kategorie 2008/ 2009 den Rang 16b mit 54.50 Punkten.

Der 2007 geborene Ramon Anliker musste sich im ersten Gang schon geschlagen geben, gewann aber schon den darauffolgenen Kampf. Leider war das Glück an diesem Schwingfest nicht an der Seite von Ramon und er musste sich nochmals zwei verlorene Begegnungen eingestehen und sogar nach dem vierten Gang aufgeben. Ramon erhielt mit vier geschwungenen Gängen in der Kategorie 2006/ 2007 35.25 Punkte auf dem Rang 23c.

In der ältesten Kategorie 2004/ 2005 landeten die beiden Winterthurer Schwinger gleich auf dem selben Rang. Nino Anliker konnte die erste Begegnung souverän mit 10.00 Punkten für sich entscheiden. Nach diesem guten Start musste er als Verlierer vom Sägemehlring gehen. In den nächsten zwei Kämpfe konnte Nino wieder triumphieren, musste aber schon in der weiteren Begegnung selber am Sägemehl schnuppern. Im letzten Gang erschwang sich Nino ein Remis und erreichte somit den Rang 11b mit 55.75 Punkten.

Für den Wildberger Janos Bachmann sah es zuerst ein wenig bitter aus, musste er sich doch gleich in den ersten zwei Kämpfe auf den Rücken legen lassen. Nach dieser Pleite drehte der Turnerschwinger auf und konnte seinen Gegner gleich so ins Sägemehl werfen, dass dieser direkt auf dem Rücken landete, was ihm die Höchstnote einbrachte. Leider wurde er etwas übermütig und landete sogleich wieder auf dem Kreuz. Janos liess das nicht auf sich sitzen und gewann seine letzen zwei Begegnungen. Er erschwang sich mit 55.75 Punkten den Rang 11d.