Eschenbergschwinget

Eine auf den 26. August 1903 anberaumte ausserordentliche Generalversammlung im Hotel «Adler» beschloss, am 30. August 1903 auf dem Hofe Eschenberg bei Herrn Elliker einen Jahresschwinget durchzuführen als Vorübung für das am 27. September 1903 in Chur stattfindende Nordostschweizer Schwingfest. Herr Elliker war dem Schwingklub weitgehend entgegengekommen, indem er auf eigene Kosten eine Musikgesellschaft engagierte. Um nach diesem Anlass wieder eine einigermassen ausgeglichene Abrechnung zu erhalten, wurde von den Besuchern eine Eintrittsgebühr von 30 Rappen erhoben. Ein allfälliger Überschuss sollte den Teilnehmern am Churer Schwingertag zugute kommen. 

Wohl eine der am schwächsten besuchten Versammlungen war die ausserordentliche vom 30. August 1904. Fünf Aktive und nur zwei Passive leisteten der Einladung des Vorstandes Folge. Dennoch wurde beschlossen, 1904 wiederum einen Jahresschwinget durchzuführen. Neben dem Schwingen kamen auch andere Disziplinen zur Austragung. Kugelwerfen (5 kg), zwei Würfe waren vorgesehen, der bessere galt; auch kamen Steinstossen, Sackgumpen und Klettern. Als Festmusik wurde die Stadtmusik Winterthur mit Direktor Kahlfeld bestimmt. Am Jahresschwinget 1905 wurde das Alphornblasen ebenfalls ins Programm aufgenommen.

Aus den Annalen ist herauszulesen, dass dieser Jahresschwinget mehr oder weniger regelmässig durchgeführt wurde. Zwischen 1915 und 1927 war meistens der Sporrer Austragungsort. Ab 1932 (ausgenommen 1945) fand das jährliche Kräftemessen wieder auf dem Eschenberg statt. 

1964 wurde von einem Klubmitglied eine grosszügige Vergabung in Form eines Wanderpreises gespendet, der dem jeweiligen Sieger abgegeben wird. DieseTradition wurde bis heute beibehalten. Nach einem dreimaligen Sieg darf der Wanderpreis behalten werden. 

Dank des guten Ergebnisses des vom Schwingklub Winterthur organisierten kantonaler Schwingertages und des Entgegenkommens der Stadt Winterthur konnte der Schwingplatz 1967 wesentlich vergrössert werden.

Anlässlich des 75-jährigen Bestehens des Schwingklubs Winterthur wurde der Eschenbergschwinget von 1977 ein Jubiläumsschwinget. Als OK-Präsient amtete Werner Schalcher. Ein Jahr später wurde mit dem Eschenberg-Wirt vereinbart, die Festwirtschaft in eigener Regie zu führen. Dies brachte einen ausserordentlichen Überschuss in die Klubkasse. 1978 wird die Einführung von Zinnbechern als Auszeichnung gutgeheissen. Nach sechs Bechern hat jeder Schwinger Anrecht auf einen Zinnteller. 

1987 verabschiedeten sich Bruno und Fane Beer nach Amerika. Damit endet auch die jahrelange Tätigkeit von Bruno Beer als Festwirt am Eschenbergschwinget. 1988 erlebte der neue Festwirt einen Alptraum. Bis auf das Bier war alles ausverkauft. 1997 konnte das Schwingfest erst im dritten Anlauf durchgeführt werden. Das erste Mal lag Schnee, am zweiten Datum regnete es wie aus Kübeln. 

Regelmässige Sieger: In den 60er- und 70er-Jahren wechselten sich Karl Meli und Noldi Ehrensberger als Sieger auf dem Eschenberg ab. In den 80er-Jahren kam noch Jörg Schneider dazu. Seit 1996 ist es Christian Vogel, Kindhausen, der den Wanderpreis mit schöner Regelmässigkeit nach Hause nehmen kann.

Der Eschenbergschwinget ist jedoch nicht nur ein sportlicher Anlass. Für die Klubmitglieder ist auch die jeweilige Organisation und das Richten und Aufräumen des Festplatzes mit Geschichten verbunden, die später noch jahrelang die Runde machen. Wie war das doch noch mit Enteneiern und Tannennadeln, mit Miggelis Appenzellerkäse oder mit dem Einsatz der Sägemehlwalze?