Mit grossen Schritten zum 100jährigen

Nachdem der Schwingklub Winterthur 1977 mit Noldi Ehrensberger einen weiteren Schwingerkönig aus den eigenen Reihen feiern durfte, konnte 1978 bereits ein neuer Höhepunkt verzeichnet werden. In Frauenfeld wurde Jörg Plüss als Sieger des Nordostschweizer Schwingertages ausgerufen. Im selben Jahr beendete Karl Meli seine Aktivkarriere nach dem Kilchberger-Schwinget und wurde vom Schwingklub zum Ehrenmitglied ernannt. 

1979 trat Walter Grossenbacher aus dem Vorstand des Zürcher Kantonalen Schwingerverbandes zurück. Als seinen Nachfolger wählte man Kurt Glaus, der das Amt des Protokollführer- und Vizepräsidenten übernahm. Auch beim NOS-Vorstand trat ein Winterthurer zurück, nämlich Ehrenmitglied Werner Dietiker. Am Eidgenössischen Schwingfest 1980 in St. Gallen konnte Schwingerkönig Noldi Ehrensberger seinen Titel nicht verteidigen, nahm jedoch seinen dritten Eidgenössischen Kranz mit nach Hause. Jörg Plüss kämpfte gegen Ernest Schläfli um das begehrte eidgenössische Eichenlaub und verlor unglücklich. 

Bei einem Scheunenbrand auf dem Eschenberg im Frühjahr 1982 wurde das ganze unversicherte Mobiliar des Schwingklub Winterthur ein Raub der Flammen. In einer Blitzaktion konnte jedoch fast alles wieder beschafft werden. Dieses war sehr erfreulich, denn vieles von dem verloren gegangen Material wurde für den im selben Jahr vom Schwingklub Winterthur organisierten Zürcher Kantonalen Schwingertag auf der Schützenwiese gebraucht. Das Schwingfest war sehr gut organisiert und auch das Wetter stimmte. Leider stiess der attraktive Unterhaltungsabend jedoch bei der Bevölkerung auf ein geringes Echo. 

1983 feierte der Schwingklub Winterthur wieder zwei Eidgenössische Kranzschwinger aus den eigenen Reihen. Noldi Ehrensberger und Jörg Schneider kehrten mit Eichenlaub geschmückt aus Langenthal zurück. Mit diesem eidgenössischen Fest endete auch die Aktiv-Karriere von Noldi Ehrensberger. 

Neben dem eidgenössischen Kranz ist sicher die Eidgenössische Ehrenmitgliedschaft ein Höhepunkt in der Schwingerkarriere. Werner Dietiker durfte 1984 diese Ehrung in Empfang nehmen. Der Schwingklub beteiligte sich in diesem Sommer am Festumzugdes Eidgenössischen Turnfestes in Winterthur. Im November, anlässlich der Winterthurer Messe, trat der Schwingklub wieder einmal gross an die Öffentlichkeit. Der Aufwand wurde von der Bevölkerung honoriert und es gab grossen Andrang bei den Autogrammstunden von Karl Meli und Noldi Ehrensberger. Auch die Schwingdemonstationen wurden gut besucht.

An der kantonalen Delegiertenversammlung 1986 wurde der Vorschlag des Kantonalvorstandes, der die Durchführung der Buebeschwinget stark eingeschränkt hätte, durch den Schwingklub Winterthur zu Fall gebracht und damit auch die Zukunft des G irenbad-Buebenschwinget gesichert. In diesem Jahr vertrat Bruno Ehrensberger den Schwingklub Winterthur am Eidgenössischen Schwingfest in Sitten. 1987 wurde Kurt Glaus zum Präsidenten des Zürcher Kantonalen Schwingerverbandes gewählt. 1988 führt der Schwingklub Winterthur zusammen mit dem Turnverein und der Männerriege Elgg den Nordostschweizer Schwingertag in Elgg durch. Trotz guter Vorarbeit kamen nicht so viele Zuschauer wie erwartet und deshalb war das finanzielle Ergebnis auch eher dürftig, aber das Erlebnis war gross. Das seit vielen Jahren wieder einmal gemeinsam mit einem anderen Verein durchgeführte Fest war für beide Seiten erfreulich und brachte viel Erfahrung für weitere Anlässe.

Ab 1989 war der Schwingklub Winterthur durch Kurt Glaus und Jörg Plüss im Vorstand des Zürcher Kantonalen Schwingerverbands gleich doppelt vertreten. Zum Eidgenössischen Schwingfest nach Stans reisten Thomas Blatter, Bruno Ehrensberger und Karl Meli jun. Eine von Edith und Markus Speich organisierte Reise führte den Vorstand samt Partnerinnen für zwei Tage ins Engadin und brachte wieder einiges für die Anekdotensammler. Der Zürcher Kantonale Schwingerverband erhöhte seinen Jahresbeitrag trotz des erheblichen Vermögens und arbeitete eine Statutenrevision aus. Der Vorstand des Schwingklubs Winterthur nahm sich die Mühe, diese Revision genau unter die Lupe zu nehmen und machte verschiedene wegweisende Vorschläge. Dies wurde vom Kantonalpräsidenten nicht goutiert. 

Der Schwingklub entschloss sich 1990, seine Aktivmitglieder einheitlich einzukleiden, und Peter Hofmann besorgte moderne Klub-Trainingsanzüge. Im selben Jahr erwarb der Klub einen alten WC-Wagen, welcher in vielen Fronstunden von Bernhard Altorfer, Bruno Ehrensberger und einigen Helfern renoviert und funktionstüchtig gemacht wurde. Der WC-Wagen wird fortan beim Eschenbergschwinget benützt, aber auch an Vereine von Winterthur und Umgebung vermietet, was dem Schwingklub jährlich einen schönen Batzen einbringt. Kurt Glaus wurde Aktuar im Vorstand des NOS-Verbandes. Gemeinsam mit dem Turnverein Pfungen war der Schwingklub Winterthur in diesem Jahr Organisator des Zürcher Kantonalen Schwingfestes. Der Anlass konnte bei schönstem Sommerwetter abgehalten werden. Leider war auch hier wieder der Zuschaueraufmarsch gering und auch am Unterhaltungsabend fehlte das Publikum. Dafür brillierten die Aktiven mit fünf Kränzen. Am Kilchberger-Schwinget ist Karl Meli jun. auf dem ausgezeichneten 6. Rang zu finden. 

Wie üblich ist derjenige Schwingklub, der den Kantonalen Anlass durchgeführt hat, im folgenden Jahr Gastgeber für den Kantonalen Jungschwingertag. Dieser konnte 1991 erst im dritten Anlauf auf dem Eschenberg abgehalten werden. Leider fehlte es auch beim Jungschwingertag an Publikum. Um das Training attraktiver gestalten zu können, passte sich der Schwingklub Winterthur den Bedürfnissen der Aktiven an und eröffnete in den Katakomben des Deutweg-Stadions einen Kraftraum. Sorgen bereitete aber die kontinuierlich zurückgehende Zahl der Jungschwinger. Deshalb stellte sich der Schwingklub in der Eulachhalle und im Zentrum Rosenberg der Bevölkerung vor. Leider brachten diese Anlässe keinen Erfolg punkto Nachwuchs. Karl Meli jun. gewann den NOS-Schwingertag in Buchs. Infolge vermehrter beruflicher Tätigkeit im Ausland, gab Klubpräsident Markus Speich das Ruder an Willi Breu weiter. 

Für das eidgenössische Schwingfest 1992 in Olten qualifizierten sich Rolf Lussi und Thomas Blatter. Unser ehemaliges Aktivmitglied Jörg Schneider unterlag im Schlussgang dem Berner Silvio Rüfenacht. Der Schwingklub Winterthur feierte sein 90 jähriges Jubiläum mit einem tollen Fest im Hotel Zentrum Töss. Anschliessend an die Generalversammlung veranstaltete man ein Bankett mit Rahmenprogramm. 1993 organisierte Ehrenmitglied Bruno Böckli ein Trainingslager im Toggenburg. Kurt Glaus trat als Präsiden des Zürcher Kantonalen Schwingerverbandes zurück. Der Schwingklub Winterthur liess für Aktivmitglieder und Fans einen dunkelblauen Pullover mit dem Schwingklub Emblem anfertigen. Monika und Rolf Lussi führten den Klubvorstand mit Partnerinner auf eine zweitägige Reise in die Westschweiz. 1994 übernahm Kurt Glaus im NOS-Verband das Amt des Vizepräsidenten. Im selben Jahr entschloss sich der Klubvorstand wieder einmal eine eigene Klubzeitschrift herauszugeben. Das Redaktions-Team bestand aus Willi Breu, Rolf Lussi und Christina Ehrensberger. Im November erschien die erste Auflage. An der Generalversammlung vom 5. November im Restaurant Sonne in Seen wurde bekannt, dass sich das Klubvermögen erstmals auf über 100000 Franken beläuft. Kurt Glaus reichte beim Zürcher Kantonalen Schwingerverband seinen Rücktritt als Präsident ein. Dadurch verlor der Schwingklub Winterthur seine Zweiervertretung. 

Für den 8. Januar 1995 organisierte der Schwingklub Winterthur die NOS-Delegiertenversammlung in der Wisenthalle in Wiesendangen. OK-Präsident dieses für alle Beteiligten gut gelungenen Anlasses war Markus Speich. Am Eidgenössischen Schwingfest in Chur nahmen Thomas Blatter und Urs Truninger teil. Winterthur wurde als ehemaliger Austragungsort eines Eidgenössischen in Schaufenstern und beim Festumzug vorgestellt, Kurt Glaus wurde die Organisation des Umzugteils „NOS“ zugewiesen. Willi Breu gibt sein Amt als Präsident wegen Auswanderung nach Australien an Rolf Lussi weiter. Und wieder einmal ist der Schwingklub Winterthur an der Winterthurer Messe vertreten. An einer Talkshow nahmen die Schwingerkönige Karl Meli, Noldi Ehrensberger und Ernst Schläpfer teil. Der vierte und amtierende Schwingerkönig Thomas Sutter sagte leider ab. 

Das Jahr 1996 wurde durch zwei Todesfälle ehemaliger Präsidenten überschattet. Walter Grossenbacher stirbt während einer Operation und Erwin Glaus erliegt seinen Altersbeschwerden. Mit diesen zwei geehrten Mitgliedern wurde ein grosses Stück Klubgeschichte zu Grabe getragen. 1996 ist auch wieder das Jahr des Kilchberger-Schwingets. Leider war kein Aktiv-Mitglied des Schwingklubs Winterthur dabei. Am Klubschwinget 1997 nahmen befreundete Schwinger des Schwingklubs Baselstadt teil. Sieger wurde Rolf Klarer. Der Eschenbergschwinget konnte wegen Schnee und Regen einmal mehr erst im dritten Anlauf abgehalten werden. 

1998 war wiederum der Schwingklub Winterthur an der Reihe, den Zürcher Kantonalen Schwingertag durchzuführen. Im Turnverein Seuzach fand er einen kompetenten Partner und das Schwingfest in Seuzach wurde ein grosser Erfolg. Das langjährige Aktivmitglied des Schwingklubs Winterthur, Jörg Schneider, verstirbt. Ein weiteres Stück Klubgeschichte verlieren wir mit dem Tod unseres ehemaligen, langjährigen Präsidenten Hans Wegmüller. Am Eidgenössischen Schwingfest in Bern konnte Thomas Blatter teilnehmen. Zum ersten Mal fand der Klubschwinget nicht wie üblich anfangs Jahr im Schwingkeller, sondern im Oktober auf dem Hof von Sandra und Hermann Peter statt. Wie schon früher bewiesen, verstanden es die Beiden ausgezeichnet, den Gästen ein gemütliches Umfeld zu bieten, und das Fest dauerte bis Mitternacht. Thomas Reichmuth löste Jörg Plüss als Vorstandsmitglied des Zürcher Kantonalen Schwingerverbandes ab. 

Den Kantonalen Jungschwingertag 1999 organisierte der Schwingklub Winterthur in Elsau. Es war ein sehr heisser Tag. Ob wohl deshalb der Zuschaueraufmarsch ausblieb? 

Am Organisationskomitee kann es nicht gelegen haben. Dieses hatte sich zusammen mit dem Feuerwehrverein Elsau alle erdenkliche Mühe gegeben. Wieder einmal machte sich der Vorstand mit Anhang auf eine Reise. Das von Elke und Andreas Truninger ausgesuchte Ziel war der Schwarzwald. Der Klubschwinget durfte auf dem Hof der Familie Bieri in Rikon ausgetragen werden. Auch dieser zweite auswärtige Anlass war eine gemütliche Angelegenheit, wenn auch leider der Zuschaueraufmarsch zu wünschen übrig liess. 

Im Jahr 2000 wurden der Vorstand und die Ehrenmitglieder zu einer Aussprache über die Durchführung eines Jubiläumsanlasses zum 100-Jahr-Jubiläum des Schwingklubs Winterthur eingeladen. Die Wenigen, die erschienen, beschlossen, die Durchführung eines NOS- Schwingertages zu prüfen und unabhängig davon einen Jubiläumsanlass im Herbst 2002 zu organisieren. Kurt Glaus beendete seine Tätigkeit im NOS-Vorstand. Gastgeber des Klubschwinget waren Elke und Andreas Truninger im Thurtal. Am 4. November fand im Gemeindesaal von Altikon ein Helferfest statt als Dank an diejenigen, die sich jeweils selbstverständlich mit ihrer Arbeitskraft an verschiedenen Anlässen zur Verfügung stellen. Die Generalversammlung gab die Zustimmung für die Durchführung des Nordostschweizer Schwingertages 2002 in Winterthur.

Das Jahr 2001 wurde gleich zu Beginn durch einen tragischen tödlichen Arbeitsunfall von Ehrenmitglied Hermann Peter überschattet. Die NOS-Delegiertenversammlung in Amriswil wählte einstimmig Winterthur als Austragungsort für das NOS 2002. Kurt Glaus, der sich über Jahrzehnte hinweg für das Schwingen einsetzte, wurde am 4. März zum Eidgenössischen Ehrenmitglied ernannt. Thomas Blatter qualifizierte sich ein weiteres Mal für die Teilnahme am Eidgenössischen und konnte in Nyon erstmals alle acht Gänge bestreiten. Auch Andreas Bieri durfte teilnehmen, beendete das Fest aber bereits am Samstag. Einen Schatten auf das Fest warf die erstmalige Sperre eines Schwingers wegen Dopingvergehens. Der Klubschwinget wurde in diesem Jahr in Wülflingen auf dem Radhof-Areal des Schwingerfreundes Ruedi Meier durchgeführt. Das Schwingen war eher nebensächlich, dafür liess man der Festwirtschaft bis Mitternacht alle Ehre zukommen. Anlässlich der Generalversammlung wurde mit Christina Ehrensberger erstmals in der Klubgschichte eine Frau zum Ehrenmitglied ernannt.