Am 11. Oktober 1952 feierte der Schwingklub Winterthur im «Wartmann»-Saal das 5ojährige Bestehen. Grosse Freude bereitete der Festgemeinde das Gründungsmitglied Albert Mäder, der den Verlauf derTaufe und die folgenden Jahre schildern konnte. Unvergesslich bleibt das Wochenende vom 8. und 9. August 1953, an welchem das Eidgenössische Schwing- und Älplerfest in Winterthur so gut verlaufen war. Schwingerkönig wurde Walter Flach, und auch Erwin Glaus durfte das Eichenlaub in Empfang nehmen.

Am 20. Januar 1954 verstarb der letzte Gründer des Schwingklubs Winterthur, Ehrenmitglied Albert Mäder, Landquart. Am NOS 1954 in Küsnacht wurde unser Klub von einem schweren Schicksalsschlag getroffen. Der 24jährige Aktive Albert Weilenmann verunfallte schwer und verstarb zwei Tage später.

Der kantonale Schwingertag 1958 wurde der Veteranengruppe Winterthur übertragen mit der Bestimmung, dass 80 Prozent des Reingewinnes der Veteranengruppe und 20 Prozent dem Aktivklub zufallen sollen. Als OK-Präsident amtete wieder Ehrenmitglied Dr. Ernst Durtschi. Am Eidgenössischen Schwingfest 1961 in Zug konnten wir mit Stolz Karl Meli als Schwingerkönig feiern.

An der NOS-Delegiertenversammlung 1962 wurde dem Schwingklub Winterthur die Durchführung des Schwingertages 1962 übertragen. Als OK-Präsident stellte sich in verdankenswerter Weise Professor Dr. Ernst Durtschi zur Verfügung. Die Schlussabrechnung ergab den erfreulichen Überschuss von 17217 Franken.

Einen weiteren Höhepunkt erlebte der Schwingklub anlässlich des Eidgenössischen Schwingfestes 1964 in Aarau. Karl Meli wurde zum zweiten Mal als Schwingerkönig ausgerufen.
1965 ist die Mitgliederzahl erstmals auf über 500 angewachsen. 1966 stand ganz im Zeichen des Eidgenössischen Schwingfestes in Frauenfeld. Gerne hätten wir Karl Meli den dritten Siegeskranz gegönnt, doch es sollte nicht sein. Kari unterlag im Schlussgang dem Berner Ruedi Hunsperger.

1967 organisierte der Schwingklub Winterthur, unter der Leitung von Professor Dr. Ernst Durtschi, den Kantonalen Schwingertag. Das finanzielle Ergebnis mit 17500 Franken Überschuss konnte sich sehen lassen.
Die Stadt Winterthur entsprach unserem langjährigen Wunsch nach Vergrösserung unserer Schwinghütte auf dem Deutweg.

An der Generalversammlung vom 26. Januar 1969 wurden die Statuten revidiert und ersetzten diejenigen vom Mai 1940.

Am 6. September 1970 führte der Klub erstmals eine Reise mit 135 Teilnehmern durch. Die Rheinschiffahrt mit anschliessender origineller Rösslifahrt durch die Rebberge von Hallau fand allgemein Begeisterung.
Auf Beschluss der Generalversammlung vom 13. Februar 1972 beteiligte sich der Schwingklub Winterthur, aus Solidarität mit anderen Vereinen, an der Aktienzeichnung für die Eulachhalle mit 5000 Franken. Auf die Benützungskonditionen der Halle hatte dieses Engagement jedoch leider keinen positiven Einfluss. Im gleichen Jahr verschied im Alter von 79 Jahren unser mehrfacher OK-Präsident, Freund und Förderer des Schwingens und Eidgenössisches Ehrenmitglied, Prof. Dr. Ernst Durtschi.

Weil der Schwingklub Zürich am 9. September 1973 den Kilchberger-Schwinget organisierte, verzichteten die Stadtzürcher auf das Kantonale Schwingfest 1974. An deren Stelle sprang der Schwingklub Winterthur in die Bresche und übernahm unter dem Vorsitz von Stadtrat Dr. Othmar Hüssy die Durchführung des Kantonal-Schwingfestes. Leider entsprach der Publikumsaufmarsch nicht den Erwartungen, weshalb der finanzielle Erfolg auch nicht nach Wunsch ausfiel. Die Vorbereitungen und der Auf-und Abbau des Festplatzes schweissten jedoch die Mitglieder des Schwingklubs fest zusammen. Noch nach Jahren wurden lustige Episoden aus diesen Tagen erzählt.

Dass Freud und Leid nahe beisammen sein können, mussten die Mitglieder des Schwingklubs erfahren, als es galt, im selben Jahr noch vom unvergesslichen Fritz Hagmann Abschied zu nehmen.

Zum Abschluss der Schwingersaison 1974 organisierte der Schwingklub erstmals einen Buebeschwinget auf dem Eschenberg mit einer Beteiligung von 40 Nachwuchsschwingern.

An der Generalversammlung 1976 meldete der Präsident, dass dank einer gezielten Werbetätigkeit die Traumgrenze von 1000 Mitgliedern überschritten wurde. Ein Hoch, das leider nicht all zu lange anhielt.

Unsere Wünsche um Vergrösserung und Umstellung der Schwinghalle Deutweg auf Ganzjahresbetrieb wurden von der Stadt Winterthur beim Gesamtumbau des Sportplatzes nicht bewilligt und erst später verwirklicht Nicht nur die Vorstandsmitglieder des Schwingklubs Winterthur bewiesen in den ersten 75 Jahren eine grosse Treue zu ihren gestellten Aufgaben, sondern auch die Stammlokale wurden nur selten gewechselt. Aus der Überlieferung weiss man, dass das Restaurant «Reh» zweimal Stammlokal war. Dazwischen genoss man im «Trübli» kurze Zeit Gastrecht. Anfangs der 50iger Jahre übersiedelte man an den Oberen Graben ins «Schäfli». Auch der «Irchelhof» war ein Treffpunkt für die Schwinger. In den späteren Jahren war es dann üblich, verschiedene Wirte, die als schwingerfreundlich galten, zu berücksichtigen.