Auf dem Weg zum goldenen Fest

1928 fasste eine Vertrauensmännerversammlung folgenden Beschluss:«Nachdem der Turnverein Seen eine günstige Offerte nicht akzeptieren kann, wird der Kantonale Schwingertag 1929 auf eigene Rechnung übernommen. »

Dieser Anlass nahm einen flotten Verlauf mit Adolf Suter sen. als OK-Präsident. Nun begann eine ruhige Zeit, bis dann 1933 in Verbindung mit dem Turnverein Veltheim die Anmeldung zur Durchführung des Ausstichs für das Eidgenössische Schwingfest in Bern erfolgte. Teilung von Überschuss oder Defizit zu je 50 Prozent. Mit einem blauen Auge kamen beide Veranstalter noch davon: Defizit 100 Franken.

1934 erstellte die Stadt eine Duschenanlage im Schulhaus Heiligberg. Daran leistete der Schwingklub Winterthur einen Beitrag von 1000 Franken; damals ein schöner Batzen. Der damalige Vorstand legte grossen Wert auf die Werbetätigkeit. Für 5 neue Mitglieder wurde das silberne und für 10 neue Mitglieder das goldene Klubabzeichen verabreicht. So konnten 1936 auf einen „Chlapf‘ 162 neue Mitglieder aufgenommen werden; Tori Segmüller warb allein deren 67.

Erstmals stellte Gusti Schmid an der Vorstandssitzung vom 18. Januar 1938 den mutigen Antrag, das Eidgenössische Schwingfest 1940, eventuell 1944, zu übernehmen. Dem wurde jedoch nicht entsprochen.

Die Kriegsjahre 1939 bis 1945 konnten verhältnismässig gut durchgebracht werden. An Jahresschwinget, kantonalen und Nordostschweizerischen Schwingertagen durften Erfolge registriert werden. Einen glücklichen Verlauf nahm auch der kantonale Schwingertag 1944 unter der Obhut von Hans Salzmann. Nach zweimaliger Verschiebung blieben dem Klub doch noch 2500 Franken als Reingewinn.

Der Gedanke zur Übernahme eines Eidgenössischen Schwing- und Älpierfestes verschwand nie so richtig. Einmal sollte es doch gelingen. So stand die WinterthurerAnmeldung an der Abgeordnetenversammlung vom 10. und 11. März 1951 in Chur in Konkurrenz mit St. Gallen und dem Glatt- und Limmattal-Turnverband. In meisterlicher Weise verstand es Fritz Hagmann, die Delegierten zu überzeugen, so dass Winterthur in der Abstimmung im ersten Wahlgang mit 75 Stimmen als Festort für 1953 erkoren wurde. Diese Wahl löste in der gesamten Bevölkerung Winterthurs mächtige Begeisterung und Freude aus. Wahrlich, ein schöneres Geschenk hätte der Eidgenössische Schwingerverband unserem Klub zum 50 jährigen Bestehen nicht in den Schoss legen können.

Die am 6. September 1950 bestimmte Kommission, bestehend aus Gusti Schmid, Fritz Hagmann, Anton Segmüller Hans Wegmüller und Arthur Graber, welche die Aufgabe erhalten hatte, alles zu lösen, von der Anmeldung bis zur Zuteilung, fand in allen Teilen den richtigen Weg. In einer erweiterten Vorstandssitzung vom 20. März 1952 fiel der Beschluss, auch die Eidgenössische Abgeordnetenversammlung 1953 zu übernehmen. Nachdem von der bestellten Kommission die Vorschläge für das Organisationskomitee vorbereitet worden waren und an einer von Dr. Ernst Durtschi einberufenen «unverbindlichen» Sitzung ebenfalls über die ganze Angelegenheit gesprochen worden war, konnte an der ausserordentlichen Generalversammlung vom 10. Mai 1952 im «Frohsinn» in Wülflingen zur offiziellen Bestätigung der vorgeschlagenen Komiteemitglieder geschritten werden. Durch Erheben von den Sitzen wurde Dr. Ernst Durtschi zum Präsidenten des Organisationskomitees für das Eidgenössische Schwing- und ÄlpIerfest 1953 gewählt.

Mit bewunderungswürdiger Raschheit konnte das nötige Garantiekapital von 30 000 Franken von Freunden des Schwingklubs gedeckt werden.