Am Wochenende vom 24. & 25. August 2019 fand in Zug der grösste Sportanlass der Schweiz mit souveräner Planung des innerschweizerischen Schwingverbandes statt. Die 56'500 Zuschauer wurden am Samstag und Sonntag mit hochstehendem Schwingsport und überraschenden Ergebnissen beglückt. Die jungen Bösen konnte ihrer Favoritenrolle leider nicht ganz gerecht werden, denn die Erfahrung der «Oldies» im Schwingsport überwiegte trotzdem noch. Einzig Joel Wicki aus dem Entlebuch kann sich bis ganz an die Spitze vorkämpfen und darf sich nach diesem Wochenende Erstgekrönter nennen.

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Wicki qualifizierte sich mit sechs Siegen und einem Remis im fünften Gang gegen den Tagessieger Christian Stucki (Lyss) für den Schlussgang. Dabei gewann Wicki seine Gegner so schnell, dass er bei total sechs Begegnungen insgesamt, keine zwei Minuten im Sägemehlring stand. Sein grösster Gegner an diesem Tag, stand mit fünf Siegen und zwei Unentschieden im wichtigsten Kampf des Tages. Nach dem zweiten Zug konnte Stucki Wicki mit dem Rücken ins Sägemehl zwingen und darf sich mit seinen 34 Jahren als der älteste Schwingerkönig feiern lassen. Er gewann zwar den Schlussgang stand aber mit Wicki punktemässig auf gleicher Höhe, so wurde Wicki Erstgekrönter.

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Die favorisierten Schwinger aus der Nordost- und Innerschweiz und der Berner Selektion Samuel Giger, Orlik Armon, Pirmin Reichmuth, Nick Alpiger und Remo Käser konnten sich zum Teil zwar vorkämpfen aber auch einige von ihnen mussten sich den Gegnern beugen. Remo Käser, der Sohn von Schwingerkönig Adrian Käser und Nick Alpiger, der Sieger des Innerschweizerischen Schwingfestes 2019 in Flüelen, mussten beide verletzungshalber nach dem vierten Gang den Kampf um die Krone aufgeben.

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Für den Zweitplatzierten des ESAF 2016 in Estavayer Armon Orlik konnte es am Samstag nicht besser laufen. Mit vier gewonnenen Gängen, davon nur einer nicht mit der Höchstnote von 10.00 Punkten, konnte er unbeschwerter in den Sonntag starten als seine Mitfavoriten. Nach einem weiteren Sieg gegen den ehemaligen Schwingerkönig von 2010 Kilian Wenger (Horboden), geriet sein Lauf ein wenig ins Stocken. Christian Stucki (Lyss) konnte als erster dem Bündner Giganten ein Unentschieden abringen. Nach diesem sehr unspektakulären Kampf, bei dem es für beide Schwinger umstrittene 9.00 Punkte gab, musste sich Orlik nochmals mit einem Remis gegen Sven Schurtenberger (Buttisholz) zufrieden geben. Orlik beendete das Schwingfest schlussendlich mit einem Sieg gegen den Teilverbandskranzer Fabian Staudenmann (Guggisberg).

Dem Zuger Pirmin Reichmuth wusste schon im ersten Gang nicht recht wie ihm geschah, als Christian Stucki (Lyss) ihn schon am Boden hatte. Dieser missratene Start brachte den Physiotherapie-Studenten so aus dem Konzept, dass auch der zweite Kampf nicht siegreich für ihn endete sondern in einem Remis. Reichmuth konnte sich mental wieder auffangen und wurde seiner konstanten Leistung erneut gerecht. So legte er reihenweise Shane Dändliker (Feldbach), Mike Peng (Malix), Stephan Studinger (Däniken), Fritz Ramseier (Süderen), Matthias Aeschbacher (Rüegsauschachen) und Kilian Wenger (Horboden) auf den Rücken.

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Samuel Giger musste sich gleich im ersten Kampf gegen den Innerschweizer Nick Alpiger eine Niederlage eingestehen, somit ist Alpiger der erste Schwinger seit zwei Jahren der Giger bezwang. Nach dieser Pleite konnte er gegen das Nordwestschweizerische Jungtalent Joel Strebel seine Niederlage wieder gutmachen. Dies sollte aber nicht so weiter gehen und Giger schockte mit einer erneuten Schlappe gegen René Suppiger. Somit stand schon nach dem dritten Gang fest, dass Giger nur noch um den eidgenössischen Kranz schwingen wird. Nach diesem missglückten Auftakt wurde Giger den Erwartungen wieder gerecht und warf seine Gegner einer nach dem anderen ins Sägemehl.

Die Winterthurer Schwinger Samir Leuppi, Beda Arztmann und Philipp Lehmann durften alle am Sonntag nochmals in die Schwinghosen steigen. Leider konnte nur Leuppi den eidgenössischen Kranz mit nach Hause nehmen.

Arztmann (Ossingen) schwang am Sonntag nach drei Niederlagen und einem Sieg nochmals mit, musste sich aber nach dem sechsten Gang verabschieden, da er nicht mehr mithalten konnte und die Begegnungen schlussendlich verlor. Er erreichte 52.75 Punkte und den Schlussrang 32b.

Lehmann lief es ein wenige besser. Der Humliker Schwinger konnte immerhin noch ein Unentschieden, anstatt eines verlorenen Ganges, rausholen. Lehmann erkämpfte sich einen viertel Punkt mehr als Arztmann (53.00 Punkte) auf dem Rang 31g.

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Leuppi darf mit seiner Leistung äusserst zufrieden sein. Gewann er doch schon in der ersten Begegnung gegen den Eidgenossen Mario Thürig (Möriken). Der Kranzschwinger im zweiten Kampf konnte ihm ein Remis aufzwingen, der dritte Gegner gewann sogar gegen Leuppi. Der Teilverbandskrazer Philipp Schuler (Rothenthurm) konnte ihm dann nichts mehr anhaben und musste sich geschlagen geben. Am Sonntag startete Leuppi mit einem Remis, entschied dann aber die folgenden zwei Begegnungen mit der Höchstnote für sich. Die letzte Begegnung endete für Leuppi zwar nochmals in einem Unentschiden, dies änderte aber nichts an der Tatsache, dass er sich die begehrteste Auszeichnung des Schwingsports erkämpfen konnte. Leuppi stand schlussendlich mit 74.75 Punkten auf dem Rang 11e.