Gigers zweiter Zürcher-Triumph

Samuel Giger (Ottoberg) besiegt im Schlussgang des 108. Zürcher Kantonal-Schwingfests in Hausen am Albis in der sechsten Minute Bruno Gisler (Rumisberg) mit einem wunderschönen Kurz. Beda Arztmann und Samir Leuppi holen für den Schwingklub Winterthur zwei Kränze.

 

Im Startduell war es bereits zum Duell Giger gegen Gisler gekommen. Dabei hatte Giger das Glück des Tüchtigen, brachte ihn doch der bald 35-jährige Bruno Gisler bereits im ersten Zug an den Rand einer Niederlage, doch dann konnte der Zimmermann-Lehrling, der nach dem Thurgauer Kantonalen auch beim zweiten Kranzfest der Saison in der Nordostschweiz triumphierte, das Blatt wenden und das Gefecht wie erwartet zu seinen Gunsten entscheiden. Giger, der sein achtes Kranzfest, zum zweiten Mal nach 2016 das Zürcher Kantonale, gewann und sich zugleich seinen 27. <<Kopfschmuck>> erkämpfte, war auch in den restlichen Gängen siegreich. Im fünften Durchgang, bei welchem es um den Einzug in den Endkampf ging, liess der Sennenschwinger, der Appenzeller Wurzeln hat, dem Sternenberger Roman Schnurrenberger vom Schwingklub Zürcher Oberland keine Chance. Samuel Giger, der sich im letzten Jahr am Schaffhauser Kantonal-Schwingfest an der Schulter verletzt hatte und operiert werden musste und darum am Unspunnen-Schwinget nicht starten konnte, sagte nach dem Schlussgang: <<Meinen Trainingsaufwand habe ich im letzten Winter nochmals gesteigert>>, dazu ergänzte er: <<Wie meistens nach Schwingfesten, werde ich morgen Montag wieder ganz normal arbeiten>>. Armon Orlik (Maienfeld), der zusammen mit Samuel Giger als Topfavorit gestartet war, klassierte sich mit 58,00 Zählern auf dem Ehrenplatz. Nachdem er in der Startbegegnung gegen den Appenzeller Miteidgenossen und Sieger am Nordwestschweizer Schwingfest 2017, Martin Hersche, nicht über einen Gestellten hinauskam, konnte er die übrigen Kämpfe für sich entscheiden, verpasste aber den <<Final>> wegen fehlenden Maximalnoten.

Arztmanns Podestplatz

Als bester Schwinger des Schwingklubs Winterthur ergatterte sich Beda Arztmann mit Rang 3a einen Podestplatz. Der Ossinger bezwang zum Auftakt Niklas Blaser (Hörhausen) mit seiner Spezialwaffe, dem Kurzzug. Nach der nicht eingeplanten Verlustpartie gegen den Appenzeller Reto Koch, kehrte der Zimmermann-Vorarbeiter dank zwei schnellen Vollerfolgen in den Durchgängen drei und vier auf die Siegesstrasse zurück. Im fünften Umgang gewann der Turnerschwinger gegen den Bergkranzer Roman Hochholdinger (Felsberg), den er bereits am Nordostschweizer Schwingfest 2016 in Wattwil unter die Verlierer reihte – dies im ersten Zusammengreifen, und somit hatte er 48,00 Punkte auf seinem Notenblatt. Im Abschlusskampf, im Gefecht um einen absoluten Spitzenplatz, setzte er sich nach längerer Gangdauer mit einem risikoreichen Schlungg und Nachdrücken gegen Reto Schlegel (Flumserberg) durch. <<Heute konnte ich erstmals in meiner Karriere fünf Gänge gewinnen>>, sagte ein überglücklicher Beda Arztmann. Im Weiteren meinte der nun dreifache Kranzschwinger <<Da ich nicht wusste, ob 56,50 Punkte zum Kranz reichen, hatte ich gegen Schlegel am Anfang noch nicht alles auf eine Karte gesetzt, um eine Minimalnote 8,50 zu verhindern>>. Am St. Galler Kantonal-Schwingfest strebt Beda Arztmann nach 2017 seinen zweiten St. Galler Kranz an.

Leuppis letzter Kranz

Titelverteidiger Samir Leuppi machte in den ersten vier Gängen einen unwiderstehlichen Eindruck und konnte sich jeweils nach kurzer Kampfzeit lauter Siegeskreuzlein schreiben lassen. Zum Auftakt legte er den Bündner Eidgenossen Mike Peng ins Sägemehl, und in der vierten Begegnung konnte er überraschend schnell den Thurgauer Mario Schneider, mit dem er am Thurgauer Kantonalen die Punkte noch geteilt hatte, bezwingen. Mit dem Bergkranzer Simon Kid (Maseltrangen) erhielt er vom Einteilungskampfgericht eine lösbare Aufgabe, sich für die Endausmarchung zu qualifizieren. Überraschend liess sich Samir Leuppi von Kid übertölpeln und musste eine bittere Niederlage einstecken. Danach riss beim Winterthurer der Faden und er unterlag im letzten Gang gegen den Sieger des Nordostschweizer Schwingfestes 2015, Michael Rhyner (Flawil), mit der Tiefstnote 8,50. Dank 56,75 Punkten sicherte sich Leuppi den letzten <<Kopfschmuck>> im Rang 7e.

Kranz um 0,25 Punkte verpasst

Der 19-jährige Philipp Lehmann (Humlikon) und der um ein Jahr ältere Christian Lanter (Kollbrunn) verpassten den Kranz nur um 0,25 Punkte. Lehmann war viermal siegreich und zweimal zog er den Kürzeren. Niederlagen musste er gegen den gleichaltrigen Michael Bernold (Walenstadt) etwas überraschend gegen den Zürcher Unterländer <<Oldie>> Stefan Bickel (Hochfelden) hinnehmen. Zum Verhängnis wurde dem Zimmermann-Lehrling die fehlende Höchstnote 10,00 im letzten Gefecht gegen Andreas Koller (Busswil). Mit 56,50 Punkten landete Lehmann letztlich im Rang 8g. Christian Lanter konnte den Platz dreimal als Sieger verlassen, zweimal kam er nicht über Gestellte hinaus. Nach der Verlustpartie im fünften Umgang gegen Marcel Reber (Says) musste er seine Hoffnungen auf sein erstes Eichenlaub begraben.

Ein weiterer Schwinger des Schwingklubs Winterthur, der Hettlinger Michael Hari, wurde im entscheidenden sechsten Gang mit Marcel Räbsamen (Müselbach) eingeteilt. Im Duell der beiden Nichtkranzer musste der 25-jährige Hari den Sieg seinem Kontrahenten überlassen und verfehlte den Kranz deutlich.

Odermatt und Schnurrenberger ohne Kranz

Christoph Odermatt (Bauma) vom Schwingklub Zürcher Oberland reichten vier Erfolge und ein Remis nicht zum Kranz. Da er zuletzt gegen Shane Dändliker (Feldbach) für den Gestellten nicht die nötige Maximalnote 9,00 bekam, musste er den Heimweg mit 56,50 Punkten ohne Kranz antreten. Nicht besser erging es dem Schlussgangverlierer des Thurgauer Kantonalen, Roman Schnurrenberger, der den Kranz mit 56,25 Punkten um einen halben Punkt verfehlte.