Thurgauer triumphiert auf dem Eschenberg – vier Auszeichnungen

Winterthur. Im Schlussgang des Eschenberg-Schwingets gewinnt der Thurgauer Stefan Burkhalter nach 2:40 Minuten gegen den Winterthurer Titelverteidiger Samir Leuppi mit seinem Spezialkurz.

Auf dem Weg zu seinem Eschenberg-Triumph bekam es Stefan Burkhalter bereits im Startgang mit seinem späteren Schlussganggegner, Samir Leuppi, zu tun. Nicht unerwartet trennten sich die beiden, in einem ereignisarmen Gang, unentschieden. Doch dann zeigte der Homburger, der Anfang Juni 43 Jahre alt wird, seine immer noch vorhandene Klasse. Thomas Kammermann (Thalwil) bodigte er souverän mit der Maximalnote 10,00. Den Sternenberger Roman Schnurrenberger fertigte der 1,86 m grosse und 118 kg schwere Athlet des Schwingklubs Ottenberg mit seinem Spezialkurzzug ab. „Schnurrenberger konnte ich bereits am Ostermontag am Schaffhauser Frühjahrsschwinget ins Kurzholz legen“, sagte Burkhalter. Nach dem Vollerfolg in der dritten Minute gegen den 19-jährigen Roman Bickel (Hochfelden), beförderte der zweifache „Eidgenosse“, im Kampf um den Einzug in den Endkampf, bereits nach rund einer Minute, den Schlussgangverlierer des Vorjahres, Marco Nägeli (Obfelden,) ins Sägemehl. Nach dem Schlussgang sagte Burkhalter: „Ich möchte mindestens noch fünf Kränze herausschwingen, dann habe ich ein Eichenlaub mehr, als der ehemalige Thurgauer Topschwinger Otto Brändli“. Im Weiteren meinte Burkhalter nach seinem dritten Erfolg in diesem Jahr an einem Rangschwinget: „Es freut mich, dass sich mein grosser Trainingsaufwand auch heute bezahlt machte“. Der Landwirt trainiert wöchentlich 20 bis 22 Stunden. Angesprochen auf einen möglichen Rücktritt per Ende Saison sagte Burkhalter: „Falls ich verletzungsfrei bleibe, werde ich wohl noch weiterschwingen“.

Stefan Burkhalter (links), der als Favorit gestartet war, fertige im Schlussgang Samir Leuppi nach 2:40 Minuten ab

Der Schlussgangverlierer


Der Schlussgangverlierer Samir Leuppi, der nach zwei schweren Verletzungen und fast zehnmonatiger Wettkampfpause sein Comeback gab, liess sich nach dem Gestellten zum Auftakt gegen Burkhalter vier Siegeskreuzlein notieren. Die „Finalqualifikation“ sicherte sich der Sicherheitsbeamte bei der SBB mit der nötigen Höchstnote über Thomas Kammermann. Der 17-fache Kranzgewinner hatte wie beim Vollerfolg im zweiten Gefecht, gegen den ebenfalls schwächer eingestuften Nicola Wey (Stäfa), hart zu kämpfen, bis er Kammermann auf dem Rücken hatte. „Mit der Schlussgangqualifikation bin ich recht zufrieden – leider gab es mir bei der Niederlage gegen Burkhalter einen Zwick in die Schulter, die ich vor ein paar Jahren hatte operieren lassen müssen. Ich hoffe, dass es nichts Ernsthaftes ist“, gab Leuppi zu Protokoll, der im Jahr 2017 kaum Schwingtrainings absolvieren konnte. Letztlich landete der Schwinger des organisierenden Schwingklubs Winterthur auf Platz 5 mit 56,75 Punkten.

Stefan Burkhalter (rechts) siegte im Schlussgang über Samir Leuppi, den Lokalmatadoren.

 

Arztmanns 57,50 Punkte


Einen ausgezeichneten Wettkampf zeigte der starke Nichtkranzer Beda Arztmann. Der 22-Jährige gestaltete vier Gänge siegreich. Beim Remis mit dem Bergkranzer und zweifachen Eschenberg-Sieger, Andreas Gwerder (Hütten), war er der Aktivere. Im fünften Gang brachte der Turnerschwinger Nicola Wey mehrmals an den Rand einer Niederlage und verpasste so den Schlussgangeinzug. Sehenswert war auch wie der Ossinger, der auch als Nationalturner in Erscheinung tritt, den unbequemen Glarner Christian Jöhl unter die Verlierer reihte. Zuletzt, im Kampf um einen Podestplatz, gelang ihm ein Sieg im dritten Zusammengreifen gegen Adrian Schwyn (Merishausen) und kam mit 57,50 Zählern auf Platz 3. „Ich habe mein Ziel, das ich mir heute gesetzt habe, den Gewinn der Auszeichnung, erreicht. Es zeigt mir auch, dass meine Form im Hinblick auf das Zürcher Kantonal-Schwingfest vom 21. Mai stimmt“, sagte Arztmann.

Beda Arztmann (rechts) wurde mit vier Siegen und zwei Remis Dritter

Lehmann und Lanter mit 56,00 Punkten


Mit Philipp Lehmann (Humlikon) und Christian Lanter (Kollbrunn) erkämpften sich zwei weitere Teilnehmer des Schwingklubs Winterthur die Auszeichnung. Lehmann besiegte drei seiner sechs Gegner, zweimal stellte er und einmal stand er auf verlorenem Posten. Sehr gute Leistungen zeigte er bei den Remis gegen Paul Korrodi (Schönenberg) und Nicola Wey, die beide am Eidgenössischen Schwingfest 2016 teilnehmen konnten. Am Schluss hatte Lehmann 56,00 Punkte auf seinem Notenblatt. Christian Lanter hatte am Abend die genau gleichen Gänge und Punkte wie Lehmann und platzierte sich direkt hinter ihm (Rang 8b).

Philipp Lehmann (rechts) von Schwingklub Winterthur holte sich die Auszeichnung dank 56,00 Punkten.

Christian Lanter (oben) erkämpfte sich die Auszeichnung mit drei Siegen, zwei Remis und einer Verlustpartie.

Schnurrenbergers Ehrenplatz


Roman Schnurrenberger vom Schwingklub Zürcher Oberland kam mit fünf Siegen und einer Verlustpartie und 57,75 Punkten auf den Ehrenplatz. Im letzten Durchgang gab er Shane Dändliker (Feldbach) das Nachsehen. Ebenfalls unter die Auszeichnungsgewinner konnte sich der junge Dario Bosshard (Turbenthal), ein Klubkamerad Schnurrenbergers, reihen. Dies dank drei Siegen, einem Taucher und zwei Remis, im vierten Gang gegen Andreas Gwerder. 

Auszug aus der Rangliste


1.Stefan Burkhalter (Homburg) 58,50. 2. Roman Schnurrenberger (Sternenberg) 57,75. 3. Beda Arztmann (Ossingen) 57,50. 4. Fabian Kindlimann (Dürnten) und Marco Nägeli (Obfelden), je 57,25. 5. Samir Leuppi (Winterthur) 56,75. 8. Philipp Lehmann (Humlikon), Christian Lanter (Kollbrunn) und Dario Bosshard (Turbenthal), je 56,00 (alle mit Auszeichnung). 12. Benjamin Nock (Turbenthal) 55,00. 13. Michael Hari (Winterthur) 54,75. 16. Patrick Rüegg (Rikon) und Matthias Ott (Trüllikon), je 54,00. 17. Florian Frauenfelder (Hofstetten) und Adrian Hugener (Embrach), je 53,75. 18. Dominik Ott (Trüllikon) 53,25. 19. Gabriel Dohner (Bauma) 52,75.